Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1936-01-01 · Heft 1 (Januar 1936) · p. Seite 38

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 1 (Januar 1936)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Dezember 1935
Date
1936-01-01
Page
Seite 38 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2379786-2379939-2379941-2406764--21860-2406938
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Palästina noch bis heute keine behördliche Ausverkaufs- und Wettbewerbsregelung kennt. Die Aussichten der einheimischen Textilindustrie werden neuerdings wieder ungünstiger beurteilt, zumal, nachdem im englischen Parlament autoritativ erklärt worden ist, daß mit Rücksicht auf den britisch-japanischen Handelsvertrag für Repressalien Palästinas gegenüber dem japanischen Dumping keine Möglichkeit bestehe. Daher gibt es wohl kaum eine Hoffnung, jene palästinensischen Textilbetriebe, die infolge des japanischen Dumpings stillgelegt wurden, zu neuem Leben zu erwecken. Der Aufstieg der Preise ist zum Stillstand gekommen; im allgemeinen bleiben die Vormonatsnotierungen maßgebend. Der Regenzeit gemäß ist der Verbrauch Ledei für Schuhreparaturzwecke sehr lebhaft. Auch die Materialeinkäufe der Schuhfabriken haben sich wieder vergrößert. In Zitruskistenholz ist das Geschäft jetzt auf voller Höhe; man zahlt pro Kiste loko—,043 bis—,044 £P. Hingegen tendiert der Möbelholzmarkt recht schwach. Holz gemäß dem Rückgang des Beschäftigungsgrades in der Möbelindustrie. Auch das Bauholzgeschäft läßt zu wünschen übrig und bewegt sich ungefähr 20% unter den Umsätzen im die gleiche Zeit des Vorjahres. Bedeutende lokale Vorräte, dank großer Ankünfte aus Rumänien, Rußland und Polen drücken auf den Markt.. Die Preisnotierungen entsprechen noch im allgemeinen denen des Vormonats. Nach einer gewissen Pause kam letzthin wieder etwas ausländischer, fast ausschließlich jugoslawischer Zement Zement und Baukeramik herein, der frei Baustelle mit 2,720 £P pro Tonne offeriert wird. Der Rücktritt der »Imperial Chemical Industries« von dem Projekt der neuen Zementfabrik »Shimshons. (in Hartuf) hat allgemeines Aufsehen erregt. Das Problem der Zementautarkie Palästinas, die im Hinblick auf die künftige Expansion der Bautätigkeit für die Handels¬ und Zahlungsbilanz des Landes von größtem Wert wäre, ist damit wieder völlig in die Schwebe geraten. Der Baukeramikmarkt ist unverändert. Die Notierungen haben neuerdings etwas nachgegeben; loko pro Tonne verlangen gegenwärtig Rundeisen 8,100 (Vormonat: 8,250) £P, Träger 7,600 (Vor- Eisen monat: 7,700) £P, Winkeleisen 8,500 (Vormonat: 8,750) £P, und dementsprechend wurden auch die Preise für T-Eisen und für warmgewalzten Draht gesenkt. Der gesamte Eisenbedarf für Bauzwecke hat gegenüber dem Vormonat wieder ein wenig zugenommen, ohne jedoch den Umfang wie vor einem Jahre zu erreichen. Nicht unbefriedigend ist augenblicklich die Nachfrage nach Wellblechen, die in der Dimension von 2 Metern loko pro Stück mit —,095 £P bezahlt werden. Saisongemäß geht Bandeisen zum Beschlagen der Zitruskisten sehr flott. Aus der palästinensischen Eisenindustrie wird berichtet, daß sich gegenwärtig, durch die Tozereth-Haaretz-Propaganda gefördert, das Geschäft in Haifaer »Kremener«-Badewannen kräftig zu entfalten beginnt. Der Import von Kupfer-, Messing-, Aluminium-, Nickel und anderen Nichteisenmetall-Halbfabrikaten bewegt sich heute etwa 25 bis Nichteisenmetalle 30% unter dem Niveau des gleichen Vorjahrsabschnittes. Auch die international feste Tendenz regt nicht zu größeren Käufen an. Der allmähliche organische Aufbau einer einheimischen Armaturenindustrie, der für Palästina sehr wichtig wäre, ist — nachdem bereits eine leistungsfähige Galvanisierung vorhanden ist «—«■ jetzt wieder einen Schritt dadurch weiter gekommen, daß in Jaffa die Firma »Mablet« mit der Installation ihrer Fabrik für Preßguß-Erzeugnisse begonnen hat. Was jetzt noch gebraucht wird, ist eine erstklassige Dreherei. Aus der Industrie für Badeöfen und sanitären Installationsbedarf ist mitzuteilen, daß die »Nechushtan, Ltd.« (Jerusalem, Tel Aviv, -Haifa) im Jänner 1936 ihren Haifaer Fabrikationsbetrieb in einen großen Fabrikneübau auf dem Haifa-Bay-Gelände (KKL.-Boden) verlegen wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.