Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Die Industrialisierung Palästinas
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379941-2406760--21816-2406902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vom Standpunkt der palästinensischen Wirtschaft ist aber nicht nur die Tatsache interessant, daß die Entwicklungslinie der palästinensischen Industrie divergent zur Entwicklungslinie der Industrie in anderen Ländern verläuft, sodern vor allem die Relation des Industrialisierungsprozesses zur Wirtschaft im allgemeinen, das relative Gewicht der Industrie in der palästinensischen Wirtschaft usw. Es ist ziemlich schwer, die Größenordnungen in dieser Hinsicht festzustellen, da seit Ende des Jahres 1933 kein vollständiger Zensus der palästinensischen Industrie durchgeführt wurde, während gerade in diesen zwei Jahren eine schnelle Erweiterung der Industrie vor sich ging und eine recht beträchtliche Zahl von Neugründungen in für Palästina großen Maß- Stäben zu verzeichnen war. Die Gründung der »Palestine Metal Foundries« in der H a i f a b a y, drei neuer Silikatfabriken, der großen Spinnerei und Weberei in K f a r- Atta und der Bierbrauerei in Rischon-Lezion, der großen Möbelfabrik »Tirsah« in Rischon-Lezion, der Fensterglasfabrik »Phönizia« in der H a i f a b a y und einer Reihe von anderen mittleren Betrieben bedeutet für Palästina einen Wendepunkt: in der industriellen Entwicklung. Es liegen zwar keine direkten Angaben über den Umfang dieser Entwicklung vor. Eine Reihe von Indikationen deutet jedoch die Größenordnung im Industrialisierungsprozeß der letzten zwei Jahre an. Vor allem liegen annähernd genaue Zahlen über den Umfang der Investitionen in der Industrie vor, aus denen zu ersehen ist, daß der Anteil der Industrie an den Gesamtinvestitionen im Laufe der letzten zwei Jahre ständig gestiegen ist. Investitionen in der Industrie. Jahr: Betrag: , Perzentueller Anteil: 1932 £P 240.000 6.8% der Gesamtinvestitionen 1933 „ 650.000 10 % „ 1934 „ 1,500.000 15 % „ Die große Bedeutung der Industrie für die gesamte Wirtschaft des Landes und ihr steigendes relatives Gewicht wird auch durch die Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter veranschaulicht: Gesamtzahl der jüdischen Arbeiter in Palästina ....... 70.000 Industriearbeiter............., , , , , 22.000 Perzentueller Anteil der industriellen Arbeiter....... 31% Wenn wir weiter in Betracht ziehen, daß die C-resamtzahl der in der Industrie Beschäftigten (nicht nur Lohnarbeiter) sich ungefähr auf 27.000 stellt, werden wir mit Wahrscheinlichkeit feststellen können, daß mehr als ein Viertel des jüdischen Jischuw im Lande (mit Familien) direkt von der Industrie lebt. Diese Annahme wird auch durch eine Berechnung der Lohnsummen in Palästina, die durch die drei hauptsächlichsten Wirtschaftszweige gezahlt werden, bestätigt: Jährliche Lohnsumraen. Industrie .............£P 2,250.000.— Bau.........„ 2,500.000.— Plantagen ............„ 1,200.000.— Es ist unmöglich, den Arbeitslohn in der gemischten. Landwirtschaft zu berechnen, da diese hauptsächlich auf Selbstarbeit aufgebaut ist. Die Steigerung der Produktion wird auf Grund von Schätzungen wie folgt berechnet: