Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Die Juden in der Polizei [Nachricht]
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 684 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden in der Polizei. In der Jerusalemer Polizeischule sind 74 neue jüdische Schüler aufgenommen worden. Unter den Offizieren befinden sich derzeit zirka 15% Juden, 52% Araber und 33% Engländer. Unter der Mannschaft zirka 12% Juden, 28% Engländer und 60% Araber. Änderung in der Verwaltung arabischer Dörfer. Im Regierungsbudget ist ein Betrag von 40.000 £P als Entschädigung für die Muchtars (OrtsVorsteher) in den arabischen Dörfern vorgesehen, die von nun an als Vertrauensmänner der Regierung mit fixem Gehalt fungieren werden. Bis jetzt war das Amt des Muchtars ein Ehrenamt mit fallweiser Entschädigung für Sonderdienste, wofür im vorigen Jahr 7000 £P in das Budget eingestellt wurden. Kredite an Landwirte* Eine Anfrage der Palästina-Exekutive der Jewish Agency an die Palästina-Regierung, ob die 50.000 £P Darlehen an kleine Landwirte in Gebirgsgegenden auch Juden zugute kommen würden, wurde bejahend beantwortet, ohne daß der auf Juden entfallende Anteil genannt wurde. (Wir haben in Nr. 11, S. 615, darüber berichtet.) Transjordanien* Eröffnung des Parlaments» Am 2. November wurde dieses vom Emir eröffnet. Jewish Agency* Die Ressortverteilung bei der 'Palästina-Exekutive. Zum Vorsitzenden der Palästina- Exekutive wurde David Ben Gurion gewählt. Das politische Departement wird wie bisher von Ben Gurion und Mosche Shertok geleitet werden, ebenso behält Elieser Kaplan das Amt des Schatzmeisters. Der frühere Leiter des Immigrationsdepartements, Jizehak Grünbaum, hat das Arbeitsdepartement übernommen, während die Einwanderung sabteilung der Leitung von Dr. Werner Senator unterstellt worden ist. Ihm wurden als Amtsleiter der Direktor der Einwanderungsabteilung der Histadruth Haowdim, Elijahu Dobkin, und als Repräsentant der religiösen Arbeiterschaft der Führer des Hapoel Hamisrachi, Mosche Schapiro, beigegeben. Das Industriedepartement wird gemeinsam von Dr. Fischel Rottenstreich und Rabbi J. L. Fischmann, das Organisationsdepartement von Ben Gurion, Rabbi Fischmann und Jizehak Grünbaum geleitet werden. Die allgemeine Lage. Trotz der beruhigenden Erklärungen der Banken sind die Kreditinstitute in Erteilung von Krediten, insbesondere aber in Diskontierung von Wechseln außerordentlich zurückhaltend, so daß Neubauten für Private überhaupt nicht in Angriff genommen werden. Die Arbeitslosigkeit wächst, in Tel Aviv und Haifa gibt es schon tausende von Erwerbslosen. Man hofft, daß viele von ihnen bei der Orangenpflücke Beschäftigung finden werden. Auch Industrie und Handel leiden schwer unter dem Mangel an Kredit und da ausländische Fabriken und Händler langfristige Kredite an die Käufer im Lande geben können, so ziehen diese es vor, selbst solche Produkte im Ausland zu kaufen, die gut und billig im Lande zu haben sind. Infolge des Stockens der Bautätigkeit ist auch der Absatz von Zement und anderen Baumaterialien zurückgegangen. Wie bekannt, will die Stadtgemeinde Tel Aviv ein Notstands-Bauprogramm mit 200.000 £P Aufwand unternehmen, wofür die Bewilligung der Regierung noch aussteht. Im Norden und Süden der Stadt werden, neue Arbeiterviertel gebaut, ferner ist ein Bauprojekt für den kleinen Mittelstand (fast 200 Wohnungen) in Behandlung. In Jerusalem hat die Bautätigkeit zugenommen und große öffentliche Bauten, darunter der Bau der Universitätsklinik, sind in Vorbereitung.