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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 672

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel Aviv.
Date
1935-12-01
Page
Seite 672 (sequence 8)
Language
German
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belief sich auf insgesamt 3,231707 (Jänner—November 1934: 1,780.195) £P; außerdem bewirkten 59 (30) Kapitalerhöhungen bei bereits bestehenden Aktiengesellschaften eine Kapitalneubildung um insgesamt 3,312.585 (758.387) £P. ARBEITERBEWEGUNG. Von Dr. A. T. 1* Das Kulturproblem der Arbeiterbewegung. Die jüdische öffentliche Meinung sowohl im Lande selbst, als auch außerhalb des Landes ist auf das Kulturwerk der Arbeiterschaft in der Hauptsache im Zusammenhang mit dem schweren Kampf aufmerksam gemacht worden, der um das Schulwesen der Histadruth anläßlich dessen administrativer Eingliederung in das jüdische Schulwesen des Landes entbrannte. Viele erfuhren erst damals, wie groß das Schulnetz ist, das im Laufe der letzten Jahre durch die Arbeiterschaft aufgebaut worden ist. 50 Volksschulen und 74 Kindergärten in 80 Ortschaften mit 5500 Schülern und Schülerinnen im Alter von 3 bis 15 Jahren alles von der Arbeiterschaft aufgebaut und für Arbeiterkinder bestimmt, das ist eine großartige Leistung, die den übrigen Erfolgen der Bewegung ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann. Die Errichtung dieser Schulen und deren Entwicklung bedeutet, auch vom rein organisatorischen und materiellen Standpunkt aus betrachtet, ein besonderes Blatt in der Pioniergeschichte des Landes. Im harten Kampf mit Geldmangel und mit einer Menge von äußerlichen Schwierigkeiten (Kleinheit der Siedlungen, schwerer Mangel an Schulgebäuden u. dgl.) wurde Schritt für Schritt dieses neue Gebiet erobert. Es erschien eine neue Pioniergestalt im Lande, der Lehrer in der Arbeiterschule, der trotz Hunger und Not ein neues Lehrprogramm schuf und entschlossen an die Aufgabe schritt, die zweite Generation, die zumeist bereits im Lande geboren war, von den aller jüngsten Jahren an im Geiste der Arbeiterbewegung zu erziehen. Dieses Arbeiterschulwesen war von Anfang an selbständig, sowohl in finanziellwirtschaftlicher, als auch in pädagogischer Hinsicht. Von manchen Kreisen der Bevölkerung wurde indes dieser Zustand als wenig normal empfunden und bezeichnet. Übrigens waren in dieser Frage auch innerhalb der Arbeiterschaft die Meinungen geteilt und es fehlte nicht an Stimmen, die im Zusammenhang mit der Konsolidierung des jüdischen Schulwesens im Lande ein Einlenken auch seitens der Histadruth verlangten. Als Ergebnis dieses ziemlich lebhaften Meinungsaustausches der letzten Jahre mag das Abkommen bezeichnet werden, das Mitte 1935 zwischen dem Waad Leumi und der Exekutive der Histadruth abgeschlossen und unterfertigt worden ist und das gesamte Schulwesen der Histadruth in die unmittelbare Verwaltung der Knesseth Israel hinüberführte. Allerdings soll dabei die Autonomie dieses Schulwesens in pädagogischer Hinsicht gewahrt bleiben. Die Arbeiterschulen behalten somit das Recht, ihr Lehrprogramm und die Stundenzahl frei zu bestimmen, das soziale Geschehen im Jischub und auch außerhalb desselben laut ihrer prinzipiellen Einstellung zu erklären und außer den allgemeinen jüdischen Feiertagen und nationalen Festen auch die Arbeiterfeiertage in ihrem Lehrprogramm zu berücksichtigen, sowie die Arbeiterfahne neben der nationalen Fahne zu hissen. Auch die Aufsicht über das Arbeiterschulwesen soll in den Händen besonderer Inspektoren konzentriert bleiben, die allerdings der allgemeinen Leitung des Schulwesens der Knesseth Israel unterliegen. Die Bestimmungen über die pädagogische Autonomie des Arbeiterschulwesens, die im übrigen den diesbezüglichen Bestimmungen über das Schulwesen des Misrachi analog sind, wurden nun von einem großen Teil der bürgerlichen Bevölkerung mit Befremden aufgenommen und als mit den Grundlagen des nationalen Schulwesens im Lande

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