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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 669

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel Aviv.
Date
1935-12-01
Page
Seite 669 (sequence 5)
Language
German
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Frühjahrsgeschäft auch im Rahmen des heutigen Kreditvolumens angemessen vorzubereiten. Leder: Die Hauptverbrauchssaison, die soeben mit starken Regenfällen ihren Einzug feierte, hat eine wahrnehmbare Besserung der Geschäftslage bewirkt. Gemäß der internationalen Entwicklung haben die Preise weiterhin um etwa 15 bis 20% angezogen, so daß man augenblicklich loko pro Quadratfuß (930 cm2) für Rindsbox 50, für Boxcalf und Lackleder 65, für Chevreaux 70 Müs bezahlt. Sohlenleder erzielen pro südpalästinensische Oka (1.442 kg) loko —.210 bis —.220 £P. Über die Auswirkung der Wirtschaftsstockung und der Kreditrestriktionen ist zu berichten, daß einige kleine Schuhfabriken zum Erliegen kamen, während die größeren Betriebe sich behaupten konnten. Holz: Das Geschäft ist normal. Pro Kubikmeter loko zahlt man für weiße Tannen- und Fichtenbretter 2.750 £P, für weiße Kiefernpfosten 3.750 £, für weiße Kiefernbretter 4.250 £P, für Sperrholz (in der Dimension von 2:1.25 m) 13H £P. Der Zitruskistenmarkt verkehrt saisongemäß äußerst flott bei unveränderter Preisbasis. Zement und Baukeramik: Um zunächst einmal die reichlichen Lagerbestände aufzubrauchen, wurde in letzter Zeit Auslandzement so gut wie gar nicht importiert; infolgedessen beherrscht augenblicklich den Markt, der in den letzten Wochen wieder über eine leichte Erholung der Bautätigkeit, zumal der öffentlichen und gemeinnützigen Hand, berichtete, das einheimische »Nesher«-Produkt, das unverändert mit 2.720 £P pro Tonne notiert, In Baukeramik verlangen pro 100 Stück loko österreichische, tschechoslowakische und ungarische Kacheln in erster Sorte —.680 £P und in zweiter Sorte —.630 £P; außerdem ist deutsche Transferware reichlich offeriert. Eisen: Der Umsatz ist befriedigend: jedoch wird sehr über Transportschwierigkeiten geklagt. Da die Regierung den Jaffaer Hafen während der Wintermonate auch diesmal möglichst für den Zitrusexport freihalten will, läßt sie gegenwärtig den Eisenimport, auch für Mittel- und Südpaiästina, nur via Haifa herein; für die Abbeförderung vom Haifa-Hafen nach Tel Aviv, Jaffa und Jerusalem stellt jedoch die Bahnverwaltung keineswegs die ausreichende Anzahl von Waggons zur Verfügung. Gegenwärtig kosten pro Tonne loko T-Eisen 9.750 £P, Winkeleisen 8.750 £P, Rundeisen (zur Betonarmierung) 8.250 £P, warmgewalzter Draht 8.350 £P, Träger 7.700 £P. Im Geschäft mit gußeisernen Röhren ist eine wichtige Veränderung zu erwarten, da soeben die Regierung zum Schutze der Produktion der Haifaer Kremenerwerke den Einfuhrzoll (Zolltarif-Nr. 220) von 1 auf 3 £P pro Tonne erhöht hat — in Erfüllung eines alten Wunsches der Tozereth-Haaretz-Bewegung. Wie wir hierzu erfahren, ist auf dieser neuen Wettbewerbsbasis bereits eine Marktverständigung zwischen den Kremenerwerken und der Auslandskonkurrenz zustande gekommen. In Gasrohren setzt sich der lebhafte internationale Wettbewerb fort, besonders nach dem Scheitern aller bisherigen Versuche zur Erneuerung des früheren Kartells. Nichteisenmetalle: Die letzthin eingetretenen Schwankungen am internationalen Metallmarkte haben die palästinensischen Importeure in ihrer vorsichtigen Haltung nur bestärken können. Der Bezug von Halbfabrikaten wie von Fertigarmaturen ist weiterhin zurückgegangen. Er genügt auch durchaus, da man größere Lagerbildung vermeidet, dem laufenden Bedarf. Die kreditpolitischen Maßnahmen haben bewirkt, daß einige kleinere Firmen, besonders auch solche, die sich stark in spekulative Geschäfte verstrickt oder in der Jagd nach Aufträgen sich durch sinnlose Preisunterbietung selbst zugrundegerichtet hatten, aus dem Geschäft ausscheiden mußten.

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