Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 634 (sequence 6)
- Language
- German
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Es besteht kaum ein Zweifel, daß die Saqye-Schichten, welche zumeist aus wasserundurchlässigen Schichten bestehen, mit den eingangs erwähnten, im Osten der Küstenebene gefundenen Tertiärmergeln in Verband stehen, denn beide Schichtkomplexe bilden in ihrer Gesamtheit in der zentralen Küstenebene die undurchlässige Unterlage, auf der sich das später zu besprechende Küstenebenen - Hauptgrundwasser sammelt und zum Meer zu bewegt Die hellen marinen Sandsteine sind identisch mit den weiter im Osten schon angetroffenen mittelpliozänen-unterdiluvialen, die Geröllschicht mit den in den Wadis der Vorberge und im Ostteil der Küstenebene angetroffenen Kiesen. Weiter gegen die Küste zu hebt sich oft die Oberfläche der hellen marinen Sandsteine, jedoch muß das nicht notwendig eine Aufwölbung bedeuten, vielmehr ist es nicht unwahrscheinlich, daß diese Sandsteine, welche hier auch Gerölle, ähnlich wie die Geröllschichten, enthalten, jüngeren Datums sind und abgelagert wurden in nächster Nähe des Strandes, während benachbart im Osten terrestere Schichten, Dünen- oder Talbildungen entstanden. Jedenfalls spricht für diese Annahme die große Zunahme der Mächtigkeit dieser Sandsteine gegen Westen. In der Nähe der Küste, in der Höhe von Sarona—Hertseliya, auch bei Nathanya, ist eine mächtige Linse dunkelfarbigen Tones festgestellt worden, unterlagert von hellen marinen Sandsteinen, überlagert von Dünenbildungen. Es handelt sich hier wohl um Ablagerung eines sich aussüßenden abgesperrten Meeresteiles. Die undurchlässigen Saqye-Schichten sind an der Küste auch hier in etwa 120 m unter Meeresniveau zu erwarten, ohne daß sie jedoch von Bohrungen erreicht wurden. Die hydrologische Situation. Das Gebirgsgrundwasser. In den westlichsten Vorbergen und der ihnen westlich vorgelagerten Ebene ist Wasser im Turon in einer nicht unbeträchtlichen Zahl ergiebiger Brunnen, welche mit Leichtigkeit 50—60m3/h liefern, angetroffen worden. Als Orte seien genannt: Niana, Ramie, Lydda, Innaba, Deir Tarif, Ben Shemen. An allen diesen Orten wurde das Wasser unter den bituminösen Kalken in den porösen bis schwach klüftigen turonischen Kalken (»Meleke Yabess Abyad«) gefunden. Ein Teil der Brunnen ist schon von Blake (1) beschrieben worden. Das Potential des Wassers, wiedergegeben durch den freien Wasserspiegel, der sich in den Bohrungen einstellt, ist etwa wie folgt: Niana + 24, Ramie + 25, Innaba etwa + 28, Deir Tarif West + 23, Deir Tarif Ost + 27, Ben Shemen + 24 bis + 25. Das Wasser wurde meist in wesentlich größeren Tiefen angeschlagen, das heißt es steigt beträchtlich in den Bohrungen hoch. Da Wasser immer von Stellen höheren zu solchen niedereren Potentials (bergab) fließt, so erhellt daraus, daß das Gebirgsgrundwasser nach Westen zu, größtenteils unter dem Küstenebene-Hauptgrundwasser hindurch, abfließt und voraussichtlich ins Meer mündet. Da der freie Wasserspiegel meist, weit über der Stelle liegt, wo das Wasser angeschlagen wird, das Wasser stark »gespannt« ist, bewegt es sich quasi in einem Druckrohrsystem. Es ist anzunehmen, daß das Wasser von dem Niveau, wo es angeschlagen wurde, hinunter alle porösen und klüftigen Schichten des Turon und eventuell auch des darunter befindlichen Cenomankalkes erfüllt. Die bisher erbohrten Vorkommen sind wegen der Kleinheit der Hohlräume hydrologisch betrachtet als Grundwasser zu bezeichnen, wohl zu unterscheiden von unterirdischen Wasserläufen, welche sich in Klüften und großen Hohlräumen des Gesteines bewegen (also kein »Karstwasser«).