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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 632

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
Date
1935-12-01
Page
Seite 632 (sequence 4)
Language
German
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Der westliche Abfall der Vorberge verläuft östlich der Bahnlinie Tulkarm—Lydda— Um Kalkha (Wadi es Sarar). Jedoch werden in sämtlichen Bohrungen zwischen dem Westabfall der Vorberge und der Bahnlinie Tulkarm—Lydda—Um Kalkha Kalke des Gebirges in relativ geringer Tiefe erreicht (Deir Tarif—Lydda—Ramie—Niana). Sie sind überdeckt von jüngeren Bildungen. Das allgemeine Profil ist folgendes: Sande und Kiese an der Oberfläche, stellenweise durch Lehm- und Tonbildungen ersetzt; darunter gelbe, dann graue Mergel bis Tonschiefer, bzw. sandige Tone. Dann kommen bituminöse Kalke, danach weiße Kalke, kompakt in ihren oberen Lagen, porös in den unteren. Die Bildungen gehören den folgenden Formationen an: Die Sande und Kiese an der Oberfläche reichen in ihrem Alter hinunter bis ins Unterdiluvium, eventuell Oberpliozän; die gelben und grauen Tone gehören dem Tertiär an (Pliozän bis Miozän, nach Blake), die bituminösen Kalke sind senonen Alters, die darunterliegenden weißen bis gelblichrötlichen Kalke sind, zumindest in ihren unteren porösen, Rudisten enthaltenen Partien, turonisch. Das Turon ist in dieser Gegend in wechselnden Tiefen angetroffen worden, die zwischen 40 und 250 m variieren. Nach Osten keilen die tertiären Tone bald aus. Dagegen scheinen die jüngeren Bildungen, speziell die Kiesschichten, sich in den Wadis der Vorberge als Oberflächenbildung fortzusetzen, was von Bedeutung für die Grundwasservorräte der Küstenebene ist. Die tertiären Tone setzen sich stark einfallend nach Westen zu fort. Außerdem schiebt sich über sie eine Schicht teils porösen, teils kompakten, hellgefärbten, marinen Sandsteines. (Mittelpliozän bis Unterdiluvium?) Die westliche Küstenebene südlich von Ramie. Südlich Ramie kann man ein ständiges Einfallen aller Schichten nach Westen beobachten. Im Osten, in der Nähe von Niana—Ramie dürfte es steiler sein als gegen Westen zu, jedoch konnte bisher keinerlei Indikation für eine Verwerfung westlich der Linie Ramie—Niana gefunden werden. Gleichzeitig mit diesem Einfallen nach Westen nimmt die Mächtigkeit der tertiären Tone und Mergel nach Westen hin wesentlich zu, wobei auch deren Oberfläche nach Westen zu einfällt. Daher nimmt auch die Mächtigkeit des diese Schichten überlagernden Komplexes von hellen marinen Sandsteinen, Sanden usw. von Osten nach Westen wesentlich zu. In der Nähe der Küste ist die Grenze zwischen den tertiären Mergeln und Tonen und den überlagernden Bildungen bei etwa 120 m unter Meereshöhe zu erwarten. Erbohrt wurde sie noch nicht. Die Randverwerfung. Bei Ramie ändert sich die Situation anscheinend wesentlich: Eine Verwerfung, festgelegt ungefähr durch die Punkte Brunnen Ram 3 bei Ramie, Brunnen W3 bei Wilhelma und Auja Quelle Ras el Ein, läuft parallel der Küste, über Ras el Ein nach NNO weiter. Leider ergibt sich diese Verwerfung nirgends klar und eindeutig aus den geologischen Profilen, außer in der Bohrung W 3, wo ich September 1932 eine neue, nicht wasserfündige Bohrung fand, welche nach etwa 20 m Tiefe unter Tage, unter geröllführenden Sanden eine von den Herren Blake und Dr. Picard als basaltische Asche erkannte Schicht antraf, welche von kompaktem Basalt unterlagert war. Sonst konnte die Lage dieser Verwerfung nur aus hydrologischen Erscheinungen erschlossen werden, wie dem Vorhandensein der Auja Quelle Ras el Ein, deren Wasser bestimmt zum Teil aus den turonischen Kalken stammt, sowie einer deutlich erkennbaren Versalzung des Grundwassers um den Brunnen Ram 3 herum, welche ebenfalls aus dem Turon stammen dürfte. Da nämlich das Grundwasser der Küstenebene, welches wie später gezeigt wird, sich über den tertiären Tonen und Mergeln in den Sandsteinen und Sanden usw. befindet, nördlich von Ramie offenbar vom Gebirgsgrundwasser gespeist wird, müssen die undurchlässigen, das Turon überdeckenden Schichten der

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