Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Waffenschmuggel [Nachricht]
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 615 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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arabische Öffentlichkeit beschuldigt die Juden, daß sie unausgesetzt Waffen einführen, um sie gegen die Araber zu gebrauchen. Die Regierung warnte den Großmufti vor Fortsetzung der Agitation. Es liege kein Verdacht gegen die Juden vor. Auf Verlangen der Araber, die Waffen, die im Besitze der Juden sind, zu konfiszieren, sagte Chefsekretär Hall, diese seien ausschließlich für Selbstschutz bestimmt und erinnerte die Araber an die Unruhen des Jahres 1929. Arabischer Generalstreik« Die Araber proklamierten daraufhin einen Generalstreik für den 26. Oktober, einem Samstag, an dem ohnehin alle jüdischen Geschäfte geschlossen waren. Der Streik wurde nicht vollkommen durchgeführt. In Nablus wurden die Samaritaner belästigt. Alle arabischen Parteien waren bei diesem Streik geeinigt. Aus dem arabischen Lager« Nashashibi erließ einen Aufruf an die arabischen Parteien, eine Einheitsfront zu schaffen. Die Reformpartei Dr. Chaldis, des Bürgermeisters von Jerusalem, sowie der arabische Jugendverband verstärkten ihre Aktivität. Der Großmufti plant die Abhaltung einer panarabischen Konferenz in Amman. — Eine neue Partei: »Nationalflügel« wurde in Nablus gegründet. — Fakry Bey Nashashibi hielt in London einen Vortrag, worin er heftig gegen das Jüdische Nationalheim sprach* und verlangte eine demokratische Regierungsform. —* Die Angriffe auf den Mufti, daß er mit Italien Beziehungen unterhalte, dauern an. ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. Öffentliche Finanzen. Endlich ist der Voranschlag für das Finanzjahr 1935/36, das am 1. April d. J, begonnen hat, veröffentlicht worden. Die Endbeträge differieren um weniges von den vom »Davar« vorher mitgeteilten (siehe Nr. 10, S. 545). Die Einnahmen sind mit 5,856.440 £P, die Ausgaben mit 4,863.877 £P präliminiert. Für öffentliche Arbeiten ist, wie mitgeteilt, ein Betrag von über 1 Mill. £P ins Budget eingestellt. Kredite an Fellachen. Die Regierung hat 50.000 £P zur Kreditgewährung in kleinen Beträgen auf 3 bis 17 Jahre an Fellachen im Bergland bestimmt. Die Regierungsschulen. Wie vom Unterrichtsdepartement der Regierung der J. T. A. mitgeteilt wird, hat sich die Zahl der Schüler in den Regierungsschulen Palästinas seit 1919 mehr als verdreifacht. Während im Schuljahr 1919/20 10.622 Kinder diese Schulen besuchten, zählte man im Juli 1935 bereits 38.859 Besucher der Regierungsschulen. Gegenüber dem Schuljahr 1933/34 war eine Zunahme von 5000 Kindern zu verzeichnen. Für das laufende Schuljahr wurden 117 neue Lehrstellen geschaffen. In den Dörfern werden in diesem Jahre 20 Knaben- und 6 Mädchenschulen neu eröffnet werden. 106.000 £ wurden aus.dem Anleihefonds für Errichtung neuer Schulen bereitgestellt, für den gleichen Zweck stellt die Regierung aus ihrem Überschuß 18.000 £ zur Verfügung. (Wir bemerken hiezu, daß diese endlich eintretende Besserung der Schulverhältnisse für die Araber an sich begrüßenswert ist, aber nicht im entferntesten ausreichen kann. Bei den Juden besuchen über 30.000 Kinder Elementarschulen, die moslemische Kinderzahl ist über viermal so groß als die der jüdischen, so daß noch immer höchstens ein Viertel der muselmanischen Kinder Elementarunterricht erhält, obzwar die Mittel der Regierung ausreichen würden, um für alle Schulen zu errichten. Immerhin ist die Behauptung der Muftipartei, daß auch heute noch 75% der arabischen Kinder keinen Elementarunterricht erhielten [siehe Nr. 9/9, S. 481], übertrieben. — Von der Geringfügigkeit der Leistung für das jüdische Unterrichtswesen (Subvention