Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Der Moschaw Kfar Jecheskel und seine Wirtschaftsstruktur
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 588 (sequence 9)
- Language
- German
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Der obige Gesamtbetrag des Lebenshaltungsaufwandes verteilt sich auf 290 Personen. Es wäre durchaus verfehlt, auf Grund dieser beiden Ziffern einen Durchschnittsaufwand je Person zu errechnen (bzw. je Seele). Vielmehr muß in Anbetracht des Sondercharakters der einzelnen Aufwandsposten der Lebenshaltung, den wir bereits in anderem Zusammenhang hervorgehoben haben (vgl. »Palästina« Nr. 4t 1935) sowie in Anbetracht der unterschiedlichen Familiengröße und Familienzusammensetzung eine Typisierung der Ausgaben vorgenommen werden. Bei den erfaßten 59 Familien konzentriert sich das Schwergewicht, nämlich 25, auf die Ausgabenkategorie zwischen 85 und 108 £P jährlich. Die typische Familiengröße liegt beim Moschaw bei 5 Personen. In der Graduierung der Höhe des Lebenshaltungsaufwandes unter dem Gesichtspunkt der Familiengröße erhält man nachstehende Aufstellung, die uns gleichzeitig auch Aufschluß über die Gliederung der Moschaw-Bewohner, soweit sie die erfaßten Chawerim betreffen, gibt: Aufwands¬ F a m i 1 i e n 9 r ö ß e Gesamte Hievon höhe Familien- 1 Per¬ 2 3 4 5 6 7 8 Seelen- Erwach- KinjährL(£P) anzahl son Personen anzahl sene1 der 60- 84 10 1 1 1 3 3 1 40 20 20 85-108 25 — 1 4 3 9 6 1 1 122 60 62 109—144 14 1 1 7 5 71 31 40 145-180 8 — — ~ 5 1 1 1 46 20 26 über 180 2 — — — — 1 1 - — 11 4 7 59 1 3 5 7 25 13 3 2 290 135 155 Betrachtet man die Aufwandsstruktur der Lebenshaltung für jede Ausgabenkategorie im einzelnen, so lassen sich folgende generalisierende Züge herausschälen: Die Aufwandsbelastung des wichtigsten Ausgabepostens, der Ernährung, ist in sämtlichen Kategorien nur geringen Schwankungen unterworfen und bewegt sich zwischen einem Minimum von 59% und einem Maximum von 64%. Die geringen Relationsschwankungen der Ernährungsausgaben erklären sich aus dem degressiven Charakter ihrer Aufwandsbelastung. Die Ausgabenquote des Postens »Bekleidung« bleibt bei sämtlichen Kategorien fast unverändert (9—10%), mit Ausnahme der Ausgabenkategorie von über 180 £P, bei der die Anteilziffer der Aufwendungen für Bekleidung sprunghaft ansteigt (16%). Je mehr die Graduierung der Gesamtaufwendungen von der niederen zur höheren Kategorie übergeht, um so stärker steigt die Belastung des Ausgabenbudgets seitens der zur Unterstützung von Angehörigen gemachten Zuwendungen, deren Quote bei der höchsten Ausgabengruppe ein Maximum von rund 11% erreicht, während sie bei den unteren Gruppen zwischen 3 und 4% liegt. Völlig entgegengesetzt ist die relative Abstufung der Aufwandsbelastung von Seiten der Abgaben für Erziehungswesen, für Histadruth und Krankenkasse. Bei diesen Posten verringert sich die Quote am Gesamtbudget um so stärker, je größer der Abstand zwischen den unteren und oberen Ausgabenkategorien wird. Setzt man die Gesamtaufwendungen einer jeden Ausgabenkategorie gleich 100, so beträgt der Anteil der Abgaben für Erziehungswesen bei der niedrigsten Kategorie (60—84 £P jährlich) 18.3%, bei der höchsten (über 180 £P jährlich) jedoch nur 8.8%. Ähnliches ist auch bei den Abgaben für Histadruth und Krankenkasse zu ermitteln: Hier liegt der Anteil bei der untersten Kategorie bei 7.4%, bei der höchsten indes bei 3.2%. Diese krasse Unterschiedlichkeit in den Größenproportionen erklärt sich daraus, daß die Abgaben keine Abstufung entsprechend der 1 Erwachsene einschließlich Angehörige (Eltern, Geschwister); die Angehörigenziffer stellt sich auf 18.