Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Der Moschaw Kfar Jecheskel und seine Wirtschaftsstruktur
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 580 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Manoah 1× ep/1005864
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580 Der Moschaw Kfar Jecheskel und seine Wirtschaftsstruktur Von Dr* G* Cyderowitsch, Tel Aviv. Vorb. d. Red. Die Frage der Bilanzen der Siedlungen, insbesondere im Hinblick auf ihre Rentabilität, ist trotz ihrer Wichtigkeit fast niemals publizistisch behandelt worden (in dieser Zeitschrift hat einmal J. Manoach über die Bilanz einer Kwuzah berichtet. Siehe Jahrgang 1925, Nr. 5/7). Nachstehend veröffentlichen wir das Teilresultat einer Enquete für einen Moschaw Owdim (die Enquete selbst erstreckt sich auf zehn Moschawim verschiedener Typen). Obwohl das Material sich nur auf ein Jahr bezieht — ähnliches Vergleichsmaterial für die Vorjahre liegt nicht vor *—sind die Ergebnisse dennoch geeignet, wichtige Schlüsse zu ziehen. Wir behalten uns vor, nach Abschluß der Enquete ein Resume über sie zu veröffentlichen. Das Material, auf das sich die nachfolgenden Ausführungen stützen, beruht auf einer Enquete, die im Rahmen der Verifikationsstelle der landwirtschaftlichen Arbeiter- Siedlungsgenossenschaften (Brith Pikuach l'kooperazia hachaklaith haowedet) in einer Reihe von Mosch weh Owdim durchgeführt wurde. Die Enquete ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber das bereits vorliegende verarbeitete Material, aus dem wir unten einen Ausschnitt bringen, bietet in seiner Zusammenfassung eine aufschlußreiche Vorstellung von diesem Siedlungstypus individueller Prägung in der Bewirtschaftung und Lebensführung mit kollektiven Zügen im Produktionsvertrieb. Das Netz der Moschweh Owdim umfaßt eine Vielart von Typen (vgl. »Palästina« Nr. 8/9, 1935). Es gibt Moschawim, deren Entstehung in überwiegendem Maße von nationalen Mitteln (»Takziwim« der nationalen Fonds) getragen wurde, und es gibt solche, deren Entstehung vorerst fast ausschließlich oder größtenteils auf Eigenersparnissen der Chawerim (Genossen) in Verbindung mit einer Anleiheaufnahme beruht. Anderseits bestehen Unterschiedlichkeiten in der Einkommensstruktur. Es figurieren Einheiten, bei denen das Einkommen zum ganz überwiegenden Teil aus der Eigenwirtschaft stammt, und es erscheinen junge Moschawim, bei denen das Einkommen noch hauptsächlich aus Außenarbeiten fließt und die Eigenwirtschaft einen untergeordneten Rang einnimmt. Weitere Unterschiedlichkeiten sind in den natürlichen Verhältnissen verankert, geographisch bedingt, und auch die verschiedenen Entstehungszeitpunkte der einzelnen Moschawim bewirken erhebliche Differenzierungen ökonomischen Charakters. All diese Unterschiedlichkeiten, die jedoch nicht vollzählig sind, machten eine dernentsprechende Verarbeitung und Aufgliederung des Enquetematerials nach bestimmten Typisierungsmerkmalen erforderlich. Wir greifen in dieser Darstellung einen Moschaw mit einer traditionsreichen Vergangenheit und einem ausgeprägten Betriebseinschlag heraus, nämlich Kfar Jecheskel, das im Jahre 1922 entstanden ist und einen bestimmten Typus im Netz der Moschweh Owdim repräsentiert, bei dem das Einkommen vorwiegend auf der Eigenwirtschaft basiert, und der in seinem Werden in überragendem Maße von den »Takziwim« gestützt wurde. Das Material bezieht sich auf das letzte jüdische Rechnungsjahr 5694 und verfolgt nicht den Zweck, eine Monographie des Moschaw als Gesamtkörperschaft zu geben. Vielmehr wurde das Material auf dem Wege einer Individualbefragung gewonnen und der Natur der Enquete entsprechend, bezieht es sich auf die einzelnen Chawerim, die als Moschaw-Mitglieder über einen landwirtschaftlichen Betrieb verfügen. Die sogenannten »Toschawim«, das heißt Ansässige ohne landwirtschaftlichen Eigenbetrieb,