Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 560 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Niv Hakwuzah, Aw 5695, Tel Aviv. Kirjath Sepher (Vierteljahrschrift der hebr. Universität), XII, Jerusalem. Mijamim Rischonim, Band II, Heft 1/2, 3/4, Tel Aviv. BESPRECHUNGEN. Palästina heute» Licht und Schatten, von Dr. Hugo Herr mann. Mit 49 Abbildungen und einer Karte. Verlag Hamatarah, Tel Aviv, 1935, S. 242. —' Der Verfasser, dessen Buch: »Palästina, wie es wirklich ist«, in weitesten Kreisen Verbreitung fand, will mit dem vorliegenden Bändchen dieses 1933 erschienene Werk ergänzen. Herrmann hat die Gabe, frisch und anschaulich zu schildern und in den Ausschnitten des täglichen Lebens die Probleme durchblicken zu lassen, die zu bewältigen sind. Die Not der illegalen Einwanderung, die Eigenart, die Vielfältigkeit und die Mängel der zionistischen Maschinerie, die Schwierigkeit des Aufbaus, die Einzelheiten ihres Werdens, die Kämpfe um die sozialen Formen — nicht die prinzipiellen, sondern die täglichen des Einzelmenschen usw., all dies wird in einfacher lebensnaher Weise »von innen her« beschrieben. Die Lebendigkeit des Eindrucks wird durch die zahlreichen vom Verfasser aufgenommenen stets originellen Bilder erhöht. m. e. Das neue Palästina* Von W. F. (Walther Federn), »Österr. Volkswirt«, Wien, Nr. 50. Probleme des Palästina-Aufbaues* Von W. F., »Österr. Volkswirt«, Wien, Nr. 51. — Diese sehr ausführlich gehaltenen Aufsätze sind von besonderem Interesse, weil der Autor als Volkswirt von umfassenden Kenntnissen und leidenschaftlicher Sachlichkeit seit Jahrzehnten rühmlich bekannt ist und als Nichtzionist Tatsachen und Probleme objektiv zu werten versucht. In gedrängter und exakter Übersicht werden alle wesentlichen Faktoren und Ergebnisse des Aufbaues analysiert, so daß diese Artikel einen kurzen Abriß seiner gesamten Struktur geben. Bei der Behandlung der Probleme des Aufbäus —- die ja den Lesern dieser Zeitschrift bekannt sind — äußert der Autor Zweifel, ob die Industrie durchaus gesund ist und bei den hohen Produktionskosten die Konkurrenz mit ausländischen Erzeugnissen bestehen können wird. Hohe Schutzzölle würden eher schaden, als nützen, auch sollte die Industrie nicht auf Erzeugung von Produktionsmitteln übergehen. Die Parteizerklüftung findet der Autor nicht als bedrohlich, dagegen erscheint ihm die Landflucht und das Zuströmen von solchen Einwanderern, die nicht von Pioniergeist beseelt sind, als Gefahren für das Gelingen des Aufbauwerkes. Er läßt es auch dahin gestellt, ob eine stärkere Zuteilung von Arbeiterzertifikaten durchaus nützlich gewesen wäre. Allzustark unterstreicht W. F. die große Verschiedenheit der Einwandererschichten und sagt, die Juden seien in Palästina noch kein Volk. Dieses Urteil scheint dem innen Stehenden als Vorurteil. Das jüdische Volksbewußtsein, der Wille zur Einheit und zur Staatlichkeit, die schicksalshafte Interessengemeinschaft, die alle Juden des Landes verbindet,, sind volkskonstituierende Momente, die weit stärker ins Gewicht fallen, als die Unterschiede zwischen den einzelnen jüdischen Gruppen in sprachlicher, kultureller und sozialer Hinsicht, die dem Besucher, der von außen kommt und nicht mit dem inneren Leben der Gemeinschaft verwächst, natürlich stark in die Augen springen. Der Autor selbst sagt, daß die Juden des Landes in 1—2 Generationen ein Volk bilden werden. Die Haltung der Regierung in Bezug auf Zoll-, Steuer-, Finanz- und Bodenpolitik wird kritisch dargelegt. Von letzterer wird gesagt, daß die Regierung den Juden so wenig entgegen kommt, weil sie den Vorwurf fürchtet, daß diese die Araber von der Scholle vertreiben. W. F. konstatiert aber selbst, daß infolge der intensiven Betriebsweise der Juden, die Besiedlung des Landes sich verdichtet. Bei Erörterung der politischen Frage meint der