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Palästina · 1935-10-01 · Heft 10 (Oktober 1935) · p. Seite 556

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 10 (Oktober 1935)
Article
Kuratoriumssitzung [Nachricht]
Date
1935-10-01
Page
Seite 556 (sequence 1)
Language
German
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556 UNIVERSITÄT. Kuratoriumssitzung» In der in Luzern stattgehabten Sitzung der Exekutive der Universität wurde der Kanzlerpösten, der durch Rücktritt von Dr. Magnes frei wurde, nicht neu besetzt. Die Universität soll akademische Selbstverwaltung erhalten und Rektoren für zwei Jahre wählen. Dr. Magnes ist zum Präsidenten der Universität gewählt worden. Dr.; Weizmann zum Vorsitzenden des Kuratoriums. Er übernimmt auch die Leitung der naturwissenschaftlichen Fakultät. S. Schocken ist zum Vorsitzenden der Exekutive der Universität gewählt worden. Dr. Magnes berichtete über das Abkommen mit der Hadassa wegen Errichtung eines medizinischen Zentrums und über die Pläne wegen Errichtung eines Studentenheimes. (Gegen diesen Plan haben die Studenten demonstriert mit der Begründung, daß sie billige Wohngelegenheiten nötiger hätten als ein Heim.) Die Bibliothek umfaßte am 1. Jänner 1935 287.012 bereits katalogisierte Bände, davon 90.800 judaistische Wissenschaft. Derzeit ist die Gesamtzahl 320.000 Bände. Die Zahl der Studenten betrug 450 (Vorjahr 309). Etwa 80 davon sind Absolventen auswärtiger Schulen. Ein Drittel sind Studentinnen. Zu Professoren wurden neu bestellt: Prof. Dr. Gotthold Weil für arabische und türkische Philosophie und zur provisorischen Verwaltung des Amtes des Bibliotheksdirektors; Prof. Dr. Martin Bub er wurde eine Lehrkanzel verliehen; Prof. Dr. Hugo Bergmann wurde zum ordentlichen Professor der Philosophie ernannt. Das Budget wurde mit £P 77.600.— bestimmt. In der Volkshochschule in Tel Aviv wurden in diesem Jahre Kurse in den Naturwisssenschaften, in Mathematik, Philosophie, Geschichte, Soziologie, Philologie und Literatur gelesen. Im ganzen fanden in dieser Zeit 28 Kurse (365 Vortragsstunden) statt, die von Lehrern der Universität erteilt wurden. Die Zahl der Hörer betrug über 300 aus den verschiedensten Berufen. SANITÄT. Die neue Ärzteverordnung» Die Verordnung der Palästina-Regierung über Einschränkung der Praxis neu eingewanderter Ärzte teilt die Bewerber in zwei Kategorien: a) Personen, die am 1. Dezember 1935 die Palästina-Bürgerschaft oder ständiges Wohnrecht besitzen werden; b) Personen, die nach dem 1. Dezember 1935 Bürgerschaft oder Wohnrecht haben werden. Für die zweite Kategorie setzt der High Commissioner alljährlich eine Maximalquote für die Erteilung der Lizenzen fest. Die Vereinigung jüdischer Ärzte hat gegen diese Lizenzsperre Stellung genommen. Arbeiterkrankenkasse. Die Kupath Cholim versendet ihren Bericht für 5694, der mit Bildern der schönen Neubauten von Spitälern und Heilstationen geschmückt ist. Besonders gut präsentieren sich die neuen Bauten in Petach Tikwah, Rechovoth, Tel-Aviv und Haifa. Die Mitgliederzahl ist in zwei Jahren von 19.300 (am 1. Oktober 1932) auf 43J138 (Ende 1934) gestiegen, das ist auf mehr als das Doppelte. Von ihnen wohnten in Städten 48%, in der Umgebung von Städten 6.7%, in Kolonien 26.8%, in den Arbeiterwirtschaften 18.5%. Das Personal stieg von 229 (5692) auf 520 (5694) Angestellte, davon 329 Ärzte, Apotheker, Zahntechniker usw. Das Budget betrug 5694 £P 119.076.— (Vorjahr 72.385.— ). Die Zahlung per Kopf der Genossen stieg in den letzten Jahren von 166 auf 183 Müs. Die Krankheitsfälle waren infolge des starken Auftretens von Bauchtyphus und Dysenterie relativ häufiger als im Vorjahr. Die Krankenkasse verfügt bekanntlich über eigene Spitäler, Erholungsheime, Ambulatorien, Apotheken.

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