Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- Budgeterhöhungen [Nachricht]
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 553 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Arabische Städte* Budgeterhöhungen» »Palnews« berichten: Die Budgetschätzungen der größeren und kleineren arabischen Städte für das Jahr 1935/36 ergeben meist wesentlich höhere Einnahmeschätzungen als in den vorhergehenden Jahren. So werden die Einnahmen der Stadt Jaffa auf 100.350 £P gegenüber einer Einnahme von 66.509 £P im Vorjahre geschätzt. Vor allem wird von den Gemeindesteuern, Lizenzen usw. eine starke Steigerung von rund 45.000 £P auf 63.000 £P erwartet. Die Einnahmen der Stadt Gaza werden im Voranschlag für 1935/36 auf 14.258 £P geschätzt, während sie im Vorjahre nur rund 10.200 £P ausmachten. Auch hier sind es die Steuern und Gebühren, von denen die starken Mehreinnahmen erwartet werden. Die Einnahmen von Majdal, die sich 1933/34 auf 1738 £P stellten, werden für 1935/36 mit rund 2300 £P veranschlagt; diejenigen von Beersheba, die 1933/34 1627 £P ausmachten, mit rund 2500 £P. Khan Yunis verfügte 1933/34 über Einnahmen in Höhe von 874 £P, die sich 1934/35 auf 1078 £P erhöhen und für 1935/36 mit 1497 £P veranschlagt werden. Die vermehrten Einnahmen finden zum größten Teil in umfangreicheren öffentlichen Arbeiten Verwendung. Der Voranschlag der Stadt Jaffa sieht eine Erhöhung der Ausgaben für laufende und außerordentliche öffentliche Arbeiten von 34.216 £P auf 55.803 £P (das ist mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben) vor, auch die Ausgaben für Gesundheitswesen werden stark (von 11.383 £P auf 18.121 £P) erhöht. Die Ausgaben der Stadt Gaza für laufende und außerordentliche öffentliche Arbeiten erhöhen sich von 3950 £P auf 5891 £P. Ebenso erhöhen sich die Ausgaben für öffentliche Arbeiten sehr stark in Majdal (von 130 £P auf 730 £P), Beersheba (von 230 £P auf 1402 £P) und Khan Yunis (von 158 £P auf 506 £P). Aus diesen Ziffern ergibt sich der steigende Wohlstand, von dem auch die arabischen Städte ergriffen werden. Die stark erhöhten Einnahmen dieser Orte ermöglichen vor allem die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten. INDUSTRIE. Mangelnder Schutzzoll* Wir berichteten in Nr. 8/9 über die Schließung der Seidenfabrik Sachs (»Meshi«) in Ramath Gan und der Flaschenfabrik »Gavish« in Rischon le Zion, die wegen Mangels eines ausreichenden Zollschutzes ihre Betriebe sperren mußten. Nun ist auch die bekannte Eisendrahtfabrik »Barzelith« wegen mangelnden Zollschutzes gegenüber dem europäischen Drahtkartell, das Dumping betreibt, nicht mehr konkurrenzfähig. Ebenso hat die Strumpffabrik »Gerew« den Betrieb wegen der Dumpingverkäufe des Auslandes eingestellt. Auch andere Branchen leiden unter zu geringem Zollschutz angesichts der von allen Industrieländern betriebenen Schleuderkonkurrenz. Der Industriellenverband ist bei der Regierung dringend vorstellig geworden, die nötigen Schutzzölle zu gewähren. Zuckerindustrie« Wie »Palcorr« meldet, hat sich eine Gesellschaft jüdischer Kapitalisten zur Entwicklung einer Zuckerindustrie gebildet. (Die Bestrebungen wegen einer solchen sind immer aufs neue aufgegeben worden, weil erstens das erforderliche Kapital ein sehr hohes ist, anderseits vorerst genügender Rohstoff, Zuckerrohr und -rübe, gesichert sein müßten, ferner weil eine Fabrik, die bloß für den palästinensischen Bedarf arbeiten würde, einen unrationell kleinen Umfang haben würde. Die Produktionsverhältnisse für Zuckerrohr und, nach einigen Versuchen zu schließen, auch für Zuckerrübe,