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Palästina · 1935-10-01 · Heft 10 (Oktober 1935) · p. Seite 531

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 10 (Oktober 1935)
Article
Tozereth Haarez
Date
1935-10-01
Page
Seite 531 (sequence 2)
Language
German
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Haifaer Technikum Nationalökonomie liest, weist den Gedanken ab, daß mit »Tozereth Haarez« (in der Folge mit T. H. abgekürzt) gemeint sei, Palästina solle eine wirtschaftliche Autarkie anstreben. Er erörtert die Notwendigkeit wirklicher Schutzzölle, um eine Schutzfrist für entstehende Industrien und eine Abwehr des Dumping zu erzielen. Leider steht dem Mandatsland Palästina das Instrument der Zollpolitik nicht so zur Verfügung wie anderen Ländern. Auch deshalb ist die Bevorzugung einheimischer Waren nötig, um diesen Mangel zu korrigieren. Dr. H. Rothschild legt dar, was bereits in Palästina produziert wird. Er gibt die unseren Lesern bekannte Industriestatistik und zeigt, wie weit besonders in einzelnen Branchen, wie Bekleidung, Baumaterial, Metall- und Holzbearbeitung, Nahrungs- und Genußmittel, die Produktion schon außerordentlich spezialisiert ist. Dieser Artikel wird ergänzt durch eine Umschau von Dr. Erna Mayer, die nachweist, was sich der Hausfrau in Palästina an guten einheimischen Produkten bietet, und durch eine Ubersicht von Dr. }. Adler über I ndustrielle Gründungstätigkeit. Wilhelm Düsterwald prüft, was in Palästina noch erzeugt werden kann. Die Auswahl, die er trifft und die auch Erzeugnisse der Landwirtschaft erfaßt, stellt im Einfuhrwert ein Viertel des Gesamtimports dar oder vom Erzeugungswert der Industrieproduktion 50%. Es ist also noch reichlich Platz für Ausdehnung der Erzeugung. Dr. Alfred Marcus weist mit allem Nachdruck auf das Fehlen einer systematischen Zollpolitik der Regierung zum Schutze der Industrie und die Anomalien in den Zollsätzen hin (Rohstoffzölle, mangelhafte Klassifizierung und Statistik usw.). Je mehr durch T. H. die Produktion der inländischen Industrie gehoben werden kann, desto eher kann diese auf Änderung der Zollverhältnisse dringen. Dr. Ludwig Grünbaum spricht über die volkswirtschaftlichen Wirkungen der T.-H.-Propaganda. Er berührt besonders die Frage, ob durch ein Sinken der Einfuhr nicht die steigende Ausfuhr Palästinas bedroht wäre. Da es sich bei der Inlanderzeugung um Konsumgüter, nicht um Produktionsmittel handelt, bei Steigen der Inlanderzeugung (durch T. H.) die Einfuhr von mehr Produktionsmittel möglich wird, so ergibt sich dadurch ein günstiger Ausgleich. Weitere Aufsätze befassen sich mit Erfahrungen von Fabrikanten, der »Kunde als Erzieher« (Düsterwald) u. a. m. Schließlich wird vom Bestehen des T.-H.-Verbandes (»Jggud lemaan Tozereth Haarez«) Mitteilung gemacht, der unter Heranziehung von Produzenten und Arbeitern korporativ organisiert ist und Fachverbände und Jugendgruppen zählt. Die »H. O. G.«, deren jüngste von uns besprochene, bereits in Broschürenform erschienene Sonderhefte auf anderen Gebieten (Rechtswesen und Sanitätspflege) wertvolle Aufklärungen und Informationen gegeben haben und gleich ihren regelmäßigen Publikationen für die Eingliederung der deutschen Aljah unentbehrliche Behelfe sind, hat mit diesen neuen zwei Sonderheften der wichtigen Propaganda für Tozereth Haarez einen großen Dienst geleistet. Ein Separatabdruck als Broschüre steht bevor. Rundschau Jewish Agency* Von Spectator* Der XIX. Zionistenkongreß in Luzern kann als ein Kongreß der inneren Politik bezeichnet werden. Während bei früheren Kongressen der Nachkriegszeit Fragen der Außenpolitik die Gemüter am meisten erregten oder aber Kämpfe um die Wirtschaftsformen und Budgetzuteilung geführt wurden, galt die Aufmerksamkeit dieses

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