Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 499

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
[Nachricht] / l. n.
Date
1935-08-01
Page
Seite 499 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379926-2379935--21108-2405740
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Untersuchung Grünwalds ist zunächst dem anscheinend noch immer nicht überflüssigen — Nachweis gewidmet, daß die gegenwärtige Wirtschaftskrise keine »konjunkturelle«, sondern eine »strukturelle« ist und demgemäß nur mit einer Änderung der wirtschaftlichen Struktur, also mit einer Neuverteilung der Arbeitsmöglichkeiten, wirksam bekämpft werden kann. Das ist am leichtesten und erfolgreichsten durch Neuerrichtung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe, also durch Siedlung, möglich, weil bei dieser zur Einleitung und Führung der Produktion am wenigsten Kapital notwendig ist und die Siedler am raschesten zur Selbstversorgung und zur Abnahme fremder Erzeugnisse gelangen. Bezüglich der Mittel, mit denen eine Siedlungsaktion großen Stiles durchzuführen wäre, kommt der Verfasser allerdings zu dem für unbedingte Verfechter stabiler Währungsverhältnisse bedenklichen, aber mit der Meinung maßgebender deutscher Wirtschaftspolitiker übereinstimmenden Ergebnisse, daß letzten Endes eine »Kreditausweitung« ins Auge gefaßt werden muß. Inzwischen hat das Deutsche Reich allerdings durch seine Aufrüstung einen anderen Weg zur Wirtschaftsbelebung eingeschlagen; es wird sich erst zeigen müssen, ob es unter diesen Umständen überhaupt noch zur Arbeitsbeschaffung durch Siedlung kommen kann. Aber jedenfalls beweist die Arbeit Grünwalds, daß er für seine künftige volkswirtschaftliche Betätigung in Palästina eine gediegene wissenschaftliche Ausrüstung mitgebracht hat und daß er sie auch vortrefflich zu benützen versteht. 1. n. Arbeiterinnen erzählen» Kampf und Leben in Erez Israel. Herausgegeben vom »Hechaluz«, Verlag Kedem, Berlin, 1935, S. 323. —* Arbeiterinnen erzählen sie erzählen von einem tiefen, vielfach mehr instinktiv als klar erfaßten Sehnen und Streben wie einem neuen Leben in neuer Heimat, von Not und Leiden ohne Grenzen, die der Erfüllung dieses Strebens vorangingen. Oft drängten sich den Mädchen und Frauen der ersten Alijoth, die an der harten Wirklichkeit Palästinas fast scheiterten und zerbrachen, die brennenden, quälenden Fragen auf: Wozu bin ich hier? Welches ist mein Weg? Wo das Ziel? In Zeiten der Arbeitslosigkeit las man Gordon: »Man wollte, wenn auch kein Ende für die Leiden — so doch seinen Sinn finden«. Doppelt schwer war, ganz abgesehen von den physischen Gefahren, das Leben in Palästina für diese Generation arbeitender Frauen: noch waren die allgemeinen Probleme der Arbeiterschaft, an denen sie teilhatten (Konkurrenz mit dem billigen arabischen Arbeiter, Frage des Aufbaues der Arbeitersiedlung usw.) nicht gelöst und schon tauchten überdies spezifische Probleme der Arbeiterin auf, vor allem jene primäre der Eroberung der Arbeit, jeder Arbeit auch für die arbeitende Frau. In überaus schlichter Form erzählen in diesem Buch von ihren Kämpfen, besprechen sie Fragen der Arbeit und der Lebensgestaltung. Vom Gesichtspunkt der Arbeiterin werden alle Probleme beleuchtet, und zwar zum Teil Fragen, die bereits als gelöst betrachtet werden können, aber auch manche andere, deren Problematik noch andauert. Da dies ein Frauenbuch ist, so nimmt es nicht wunder, daß die Frage der besten, der richtigsten Form der Kindererziehung im Mittelpunkt steht, eine Frage, die für die Arbeitersiedlung — das ist aus den interessanten Aufsätzen zu entnehmen — noch keineswegs eindeutig entschieden ist. Proben aus dem literarischen Schaffen jüdischer Arbeiterinnen, insbesondere Gedichte der so begabten, früh verstorbenen Rahel, schließen das Buch ab, das ein Dokument aus einer wahrhaft heroischen Zeit darstellt. Dr. M. Sp. »Haem Wehajeled« (Mutter und Kind), Jahrbuch 5695, herausgegeben von Dr. J. Mejer und Dr. J. Riwkai, Verlag Mischmar habriuth, Tel-Aviv, S. 246. — In Heft 1, 1934 dieser Zeitschrift haben wir die vorjährige wertvolle und überaus schöne Pub Ii-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.