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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 496

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Verwahrloste Kinder [Nachricht]
Date
1935-08-01
Page
Seite 496 (sequence 2)
Language
German
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Arbeit in einem Heim geleistet, das indes große Summen kostet, und diese Summen sind — wenigstens in Jerusalem und zur Zeit — nicht aufzubringen. Man muß also ganz klein anfangen. Waad Leumi, jüdische Gemeinde und Privatinitiative arbeiten hier mit bescheidensten Mitteln zusammen. Es ist eine Holzbaracke gebaut worden, in die die Kinder kommen, deren Adressen in der betreffenden Abteilung der jüdischen Gemeindeverwaltung zu erfragen sind. Die rührige, sich aufopfernde Leiterin dieser Abteilung erhält von der Polizei regelmäßig Nachricht über alle jüdischen Kinder, die straffällig geworden sind, wohnt den Gerichtsverhandlungen bei und wird des öfteren gehört, übernimmt oft die Schutzaufsicht über Verurteilte, auf diese Weise die Deportation in die Erziehungsanstalt im Sinne einer Bewährungsfrist abwendend. Jedes einzelne Kind wird aufgesucht (eine Adresse zu finden, ist schon ein großes Kunststück!), man spricht mit den Eltern und dem Jungen, fordert ihn auf zu kommen, er kommt nicht; man geht wieder hin, er kommt zweimal, bleibt wieder fort, wird wiederum besucht usw. usw. Die Kinder sind von einem außerordentlich großen Mißtrauen erfüllt. Sie verstehen nicht dieses Sichaufopfern, sie sehen genau die große Leistung, sie glauben aber gerade deswegen nicht an die tlneigennützigkeit der Arbeit, sondern vermuten einen Hinterhalt. Manche wollen auch nicht mehr aus ihrer alten Gemeinschaft heraus, sehen in der neuen Klubarbeit eine Bedrohung ihrer ihnen lieb gewordenen Beschäftigung, Kartenspiel und Kinobesuch und Abenteuer kleineren Stils, wollen immer neu umworben sein. Weiterhin bieten sie zahlreiche individuelle Schwierigkeiten, affektiver und intellektueller Natur, aber auch krankhafte Störungen, obwohl es sich um eine erziehende Arbeit handelt, müssen erkannt und berücksichtigt werden. In dem Klub können die Jungen sich treffen, spielen, sich unterhalten, unter Leitung etwas lernen, z. B. Rechnen, Erdkunde, Englisch, Gesang, Musikinstrumente. Sie können auch mit ihren kleinen und großen Sorgen zum Leiter kommen, sich Rat holen, was sie aber nicht oft tun. FONDS UND INSTITUTIONEN. Keren Kajemetibu Die Aufwendungen* In den ersten neun Monaten des Jahres 5695 (Oktober 1934 bis April 1935) hat der KKL 200.000 £ für verschiedene Schulden und Anleihen (einschließlich von Hypotheken-Schulden für Bodenflächen) zurückgezahlt und für 180.000 £ neuen Boden erworben (davon für 156.000 £ Boden für die Landwirtschaft und für 24,000 £ städtischen Boden). Neben diesen produktiven Investitionen war der KKL gezwungen, bedeutende Beträge für die Aufrechterhaltung seines bisherigen landwirtschaftlichen Bodenbesitzes auszugeben. Der King George-Wald» Anläßlich des Jubiläums Königs Georg V. beschloß die englische zionistische Föderation die Pflanzung eines Waldes auf seinen Namen. Bisher wurden dafür schon 11.500 £ gesammelt. Bücher und Zeitschriften EINLAUR Steinmatzkys Palästina-Führer♦ Von Sev Vilnay und Dr. A. Bonne. Mit zahlreichen Bildern, Skizzen und Karten. Verlag Steinmatzky Publishing Comp. Ltd. 1935, S. 451.

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