Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Gordonmuseum [Nachricht]
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 495 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gordonmuseum. In Dagania wurde am 16. Juli der Grundstein für das Museum für Landwirtschaft gelegt, das zu gründen anläßlich der kürzlich stattgehabten Gordongedenkfeier von »Chewer Hakwuzah« beschlossen wurde. (Siehe Nr. 3, S. 162.) PRESSE. Deutsche Zeitung. Im Zusammenhang mit der syrisch-französischen Zeitung »La Syrie« erscheint seit einigen Wochen eine deutsche Tageszeitung »Orient-Express« in Jerusalem, die sich ihrem Inhalt nach ausschließlich an die nach Palästina eingewanderten Juden aus Deutschland wendet. Die »Hitachduth Olej Germania« erhob Protest gegen das Erscheinen dieser Zeitung und forderte die jüdischen Einwanderer auf, sie in keiner Weise zu unterstützen. »Sulamith.« Ab Ende Juli erscheint das illustrierte Zweiwochenblatt »Sulamith« unter Redaktion von D. Kimchi. SANITÄT. Typhus und Malaria. In letzter Zeit mehren sich die Typhusfälle. In Hulda sind drei Mitglieder der Kwuzah an Typhus gestorben. — Infolge des regnerischen Winters ist die Zahl der Malariaerkrankungen, die während der letzten drei trockenen Jahre minimal war, wieder sehr stark angestiegen. Arbeiterkrankenkassa. Die Kupath Cholim zählt derzeit 45.000 Mitglieder. VERSCHIEDENE NACHRICHTEN. Verwahrloste Kinder. In der Zeitschrift »Der Ruf« (Rotterdam) Nr. 5/6 findet sich ein längerer Aufsatz über dieses Thema, der sich auf spezielles Material stützt. Die kriminelle Jugend rekrutiert sich ausschließlich aus den orientalischen Judengemeinden. Nach Schilderung ihres Habitus, ihres krassen Aberglaubens und ihrer Vagabondage, wird über die Bemühungen zur Besserung dieser Jugend folgendes gesagt: Hiesige amtliche jüdische Stellen bemühen sich seit langer Zeit — zum Teil mit geradezu beispielloser Aufopferung — den zahlreichen gefährdeten Kindern zu Hilfe zu kommen. Durch öftere Rücksprachen mit den Eltern und den Kindern selbst wird festgestellt, wo der Schuh drückt, und soweit möglich geholfen. Oft sind die sozialen Verhältnisse so kompliziert, daß hierin der Großteil der Ursache für die Entgleisung eines Kindes liegt. Ein banales Beispiel, das wahrscheinlich in europäischen Elendsquartieren zahlreiche Parallelen findet. Wer will es einem 15 Jahre alten Jungen verdenken, daß er seine elterliche Wohnung meidet, in der neben Vater und Mutter noch 6 Geschwister hausen auf insgesamt einem Fleckchen Raum, das schwerlich mehr als 12 m2 mißt. Da spielt sich das gesamte Leben der Familie ab, Wohnen, Schlafen, Kochen, Essen. Das ist das eine. Vielleicht ist auch, wie hier gelegentlich eines Vortrages über die kriminellen Jugendlichen betont wurde, »die 1000jährige Differenz zwischen der Zivilisationsstufe der Familie und der des jetzt in der Umgebung sich aufbauenden Lebens« ein wesentlicher Faktor, der die Kinder von zu Hause fort treibt. Die sozialen Unzulänglichkeiten des Elternhauses sind sehr wesentlich für die Entstehung jugendlicher Kriminalität. Für den Großteil der - Jugendlichen handelt es sich also darum, ihnen einen Ersatz dessen zu geben, was man vielleicht die Behaglichkeit des Elternhauses nennen kann. Zugleich aber muß die Lücke ausgefüllt werden, die mangelnder Schulbesuch bei den Kindern geschlagen hat. Am besten wird diese