Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Wassersuche durch geophysikalische Methoden [Nachricht]
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 486 (sequence 2)
- Language
- German
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solches Unternehmen ist jenes der bekannten Fachleute Dr. Loehnberg und Ingenieur Loewensten, die soeben einen Jahresbericht über ihre Arbeit veröffentlichten. Es geht aus diesem hervor, daß die Ergebnisse der Untersuchungen der Gesellschaft bei der Durchführung der praktischen Arbeiten überall Bestätigung fanden. Der nachstehende Teil des Berichtes über manche wichtige Resultate der Untersuchungen ist von allgemeinem Interesse, weshalb wir ihm hier Raum geben: 1. Am Rande der Haifa-Bay wurde ein zunächst regionaler Wasserhorizont nachgewiesen, der nicht den bekannten Hauptgrundwasservorkommen anzugehören scheint1 und ein bisher unbekanntes Schichtwasservorkommen andeutet. Die gute Qualität dieses Schichtwassers bietet wahrscheinlich die Voraussetzung für eine zusätzliche Süßwasserversorgung in der Haifa-Bay und an ihrem Rande. 2. Im Gebiet Kerkur wurde durch eine hydrologisch-geophysikalische Untersuchung ein Horizont erkannt und verfolgt, dessen Ergiebigkeit an einem neuaufgeschlossenen Brunnen mehr als 200 m3/Stunden beträgt. Eine weitere Bohrung zur Ausbeute des betreffenden Horizontes ist auf unseren Rat in Angriff genommen. 3. Wir wiesen nach, daß an gewissen Stellen der Küstenebene trotz relativ großer Entfernung vom Gebirgsrand produktive Gebirgsschichten in geringer Tiefe erschlossen werden können. So nördlich Kfar Saba, wo auf diese Weise neue Perspektiven erschlossen sind. Demnach scheinen an dieser Stelle die »Sakiesschichten«2 gering mächtiger zu sein als sie an anderen Punkten der Küstenebene aufgefunden wurden. 4. Mehrere hydrologisch-geophysikalische Untersuchungen am Rande des Gebirges ergänzten geologische Arbeiten von Picard und Avnimelech3 über den Bau des Gebirgsrandes. 5. Die wichtige geologische Störungslinie4 zwischen Gebirgsformationen und Ablagerungen in der Küstenebene konnte von uns an mehreren Orten (so in. Petach- Tikvah und südlich Rechowoth-Ramleh) lokalisiert werden. 6. Verschiedenheiten des Reliefs der Küstenebene, die an vielen Stellen beträchtliche Unterschiede der Wasserführung am Grunde der Sandschichten hervorrufen, ließen sich früher lediglich an Hand von Bohrungen rekonstruieren. Wir brachten den Nachweis (Zofit, Schamrot), daß hydrologisch-geophysikalische Untersuchungen im stände sind, zuverlässige detaillierte Bilder vom Aufbau des Untergrundes mit Hilfe von Messungen an der Erdoberfläche zu entwerfen. Die Agrarbank. Wie bekannt, hat die Regierung seit langer Zeit mit den großen Banken Verhandlungen wegen Beteiligung an einer Agrarbank gepflogen. Die Gesellschaften erklärten damals, daß die übertrieben weitgespannten Pächterschutzgesetze es unmöglich machen, Boden, der noch nicht bebaut ist, rechtssicher zu belehnen. Es 1 Vgl. dazu die geologische Klassifizierung der unterirdischen Wasservorkommen Palästinas durch L. Picard: »Das Wasserproblem Palästinas«, Palästina, März 1935, S. 113 f. 2 S. Loewengart: »Zur Geologie der Küstenebene Palästinas«, Centralbl. f. Min. etc. Jg. 1928, Abt. B, Nr. 9, S. 498 f. 3 Siehe u. a. M. Avnimelech; »Grundlagen zur landwirtschaftlichen Erschließung der Region Hartow-Hulda«, Zeitschrift Hassadeh, Heft 3, Fortsetzungen Daleth und He, Bd. 14 (hebr.). 4 Vgl. u. a. G. S. Blake: »Geology and Water Resources of Palestine«, Jerusalem, 1928, S. 26 f. (Das Resume dieser Studie ist von uns im Jahrgang 1930, Heft 6, abgedruckt worden. — Die Red.)