Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die notwendige Untersuchung auf Wasser vor dem Bodenkauf [Nachricht]
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 485 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379935--20973-2405726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die notwendige Untersuchung auf Wasser vor dem Bodenkauf» Unser Mitarbeiter, Herr Dr. Ing. A. Werber, schreibt uns über dieses Thema wie folgt: Vor jedem größeren oder kleineren nationalen, gesellschaftlichen oder privaten Landkauf mögen, zunächst alle jene Verhältnisse eingehend geprüft werden, die auf den rationellen Wasserhaushalt im Boden Einfluß nehmen: auf das Vorhandensein von fließendem Oberfächenwasser, der Möglichkeit von dessen Reservierung in Speicherwerken zur Zeit der Niederschläge, auf das Vorhandensein von Quellwasser und dessen Ausnützungsmöglichkeit und schließlich der rationellen Erschließungsmöglichkeit von Grund- und artesischem Wasser, wobei deren Nährgebiete in das Bereich der Untersuchungen gezogen werden sollen. Außerdem kommt die Frage der genügenden Entwässerungsmöglichkeit zu Zeiten reicher atmosphärischer Niederschläge in Betracht, auf die man hier erst dann aufmerksam wird, wenn sie katastrophale Formen anzunehmen beginnt. Die Frage der Wasserversorgung der Siedler selbst, welche oft getrennt von der Bewässerung behandelt werden muß, ist ebenfalls in Zusammenhang damit zu prüfen. All dies gilt nicht nur für Neuland und Neusiedlung, sondern auch für bestimmte Käufe in bereits besiedeltem Gebiet, wo es sich um schon kultivierte Böden handelt. Selbst im engsten Gürtel der heutigen Pardessim ist außerordentliche Vorsicht geboten, wenn es sich um Ankauf von Boden handelt. Bei den ungeklärten Wasserverhältnissen — und ich halte sie mit vollem Recht für ungeklärt, weil keine wirkliche Vorsorge besteht für genügende Wassermengen zu Zeiten der vollen Fruchttragung der gegenwärtigen und noch weniger der zukünftigen Pflanzungen bei diesen ungeklärten Verhältnissen ist es unbedingt nötig, sich vor dem Kauf eingehende Klarheit zu verschaffen, ob das Angebotene wirklich ein rentables Objekt darstellen kann. Viele Sorgen und viele Enttäuschungen werden jedem Interessenten erspart bleiben, wenn er sich vor der Fassung eines Entschlusses eingehend über diese Fragen orientieren wird. Und diese neue Praxis des Landkaufes wird, meiner festen Überzeugung nach auch ein ziemliches Regulativ der Bodenspekulation werden. Denn so manche Objekte werden von vornherein ausgeschaltet, bzw. auf ihren wirklichen inneren Wert gebracht, viele Zwischenkäufe ganz unmöglich werden, wenn man dem Objekt sozusagen auf den Zahn fühlen wird und sich herausstellen sollte, daß die Bewässerungsmöglichkeit keine oder keine ausreichende, bzw. vollkommene ist. Wenn dieses neue Kriterium hinzukommt, d. h. wenn bei den Käufern die Erkenntnis gereift sein wird, daß für sie die Wasserfrage eine durchaus wichtige ist, wird es nicht zu oft zu Blindkäufen kommen und es wird sich so allmählich eine Selektion unter den dargebotenen Objekten herausbilden und eine neue Abstufung der Preise nach der Bewertung der Bewässerungsmöglichkeit, nicht nur nach den allgemeinen Gesichtspunkten der Lage, der Bodenart und anderen Umständen. Auch die ersten Verkäufer werden dann einsehen, daß es nicht mehr leicht ist, jeden Boden, und dazu zu himmelschreienden Preisen anzubieten. Eine diesbezügliche Erziehung des kaufenden Publikums ist daher nötig. Ich glaube, daß dieser mein Ruf verdient, weitergegeben zu werden, damit das im Boden investierte Kapital wirklich fruchtbar angelegt wird. Wassersuche durch geophysikalische Methoden« Wir haben wiederholt berichtet, daß die Erfolge der Wassersuche in Palästina in der letzten Zeit hauptsächlich der Anwendung geophysikalischer Untersuchungsmethoden zu danken waren. Von der Gesellschaft, die einer der erfolgreichsten Geophysiker, Dr. Walter Stern, gegründet hat, The Palestine Geophysical Society, berichteten wir in Nr. 5, S. 272. Ein anderes