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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 426

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Die Grundtypen der jüdischen Kolonisation in Palästina
Date
1935-08-01
Page
Seite 426 (sequence 11)
Language
German
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426 2*^er ^ur c'en 9leicnen Zeitraum von 1165 auf rund 1600 feststellen, das heißt also eine Erhöhung um rund 37%. Eine Analyse der Verteilung des Mitgliederstandes der Kwuzoth und der Kibuzim führt uns auf das wichtige Problem der Siedlungsgröße, in dem sich ein großes und bedeutsames Stück der Kwuzah-Entwicklung widerspiegelt. Diese Frage datiert eigentlich seit der Entstehung des Kwuzah-Gedankens und sie lieferte eine breite Basis für ausgiebige und jahrelange Diskussionen. Manche Vorstellungen und Begriffe über die Kwuzah-Größe haben im Wandel der Zeit Modifikationen erfahren. Angefangen mit der Vorstellung von einer Kwuzah als »intimer familiärer Zusammenschluß« einiger weniger Personen (wie sie z. B. dem Ideologen Zwi Schatz vorschwebte), übergehend zum Begriff der »geschlossenen« Kwuzah, bis zu dem neuestens geprägten Begriff der sogenannten »organischen« Kwuzah widerspiegelt der Begriffswandel eine bedeutsame Verschiebung der Größenproportionen, die in ihrer Bewertung andere Maßstäbe zur Voraussetzung machten. Anderseits hat die gegenteilige Vorstellung von der sogenannten »offenen«, freien Kwuzah ebenfalls mit den grundlegenden Veränderungen der Wirtschaftsgegebenheiten andere Definitionen der Kwuzah-Größe erhalten. Während noch vor ungefähr einem Jahrzehnt der geschlossene Kwuzah-Typus mit einer Normalziffer von 15 Familieneinheiten (oder 30 Personen) operierte, hat er in der Zurücklegung seines Entwicklungsweges bis zur »organischen« Kwuzah diese Ziffer auf 50 bis 60 Familieneinheiten (100 bis 120 Personen) erhöht. Die Kwuzah ist im Prozeß der Ausdehnung und Vervielfältigung ihrer wirtschaftlichen Betätigung organisch gewachsen und hat somit den früher willkürlich angesetzten Größenrahmen gesprengt. Allerdings waren hiefür keineswegs allein wirtschaftliche Momente maßgebend. Auch Verschiebungen im sozialen Gefüge, die Altersumschichtungen, steigende Anzahl der Verheiratetenquote und damit erhöhter Aufwand für Kindererziehung usw. haben den Bedarf an Arbeitskräften erhöht, um die Wirtschaft instandzuhalten. Wie bekannt, haben die ersten Kwuzoth (wie z. B. Daganiah Alef) in ihren Entstehungsjahren infolge der beschränkten Anzahl der Kwuzah-Mitglieder auf fremde Arbeitskraft (Lohnarbeiter in erheblicher Anzahl) zurückgreifen müssen. Mit der Konsolidierung der sozialen Lebensform und ihrer ideologischen Verwurzelung ist eigene Arbeit zum ausschließlichen Prinzip geworden, was natürlich eine Vermehrung der Mitgliederziffer bedingte. Auf der anderen Seite hat sich die Größe der »offenen« Kwuzah in ihren Proportionen noch stärker verschoben. Wenn man bedenkt, daß 1919 unter den damaligen Verhältnissen die ehemalige Kwuzah Kinereth (mit 60 Personen) als Vorbild einer »großen« Kwuzah galt, während jetzt »offene« Kwuzoth (z. B. Ain Charod) mehrere hundert Personen zusammenfassen, so kann man sich ohne weiteres diese bedeutsamen Veränderungen in den Größenverhältnissen, sowohl bei der »organischen« Kwuzah, als auch bei der »offenen« Kwuzah, vorstellen. Allgemein formuliert spitzte sich zuerst das Problem dahin zu, daß bei der offenen Kwuzah die Selektion bei der Aufnahme von neuen Anwärtern nicht diese ausschlaggebende Rolle spielte wie bei der geschlossenen Kwuzah. Ein zweiter, viel wichtigerer Punkt ist darin zu erblicken, daß die erstgenannte Form vorwiegend den Begriff der Kwuzahwirtschaft, die letztgenannte Form den Begriff der Kwuzahgemeinschaft in den Vordergrund stellte. Mit anderen Worten: Die offene Kwuzah legte die Betonung auf den Sinngehalt des »Meschek Kwuzathi«, die organische Kwuzah die Betonung auf die Funktionen der Kwuzah als soziale Einheit des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. — »Meschek Kwuzathi« war für die offene Kwuzah gleichbedeutend mit einer Kombination von landwirtschaftlicher und gewerblicher Betätigung, verbunden mit Leistung von Außenarbeiten. Diese Außenarbeiten seitens der Mitglieder sollten als Reserve für eine Stärkung und Steigerung der Aufnahmefähigkeit der offenen Kwuzoth dienen. Die geschlossene und späterhin organische Kwuzahform legte den Hauptwert ausschließlich auf den landwirtschaftlichen Betätigungsbereich, Außenarbeiten waren als Abhilfe nur in Zwangsfällen gedacht. Schon daraus resultiert ein Grundunterschied, wie er sich in seiner Generalisierung in der Forderung der geschlossenen Kwuzah nach einer Vermehrung der Anzahl der Kwuzoth widerspiegelt, falls die bestehende Kwuzahgemeinschaft das ihr zur Verfügung stehende Areal nicht von sich aus allein voll und ganz bewirtschaften kann. Zur Rechtfertigung dieser Forderung ist vor allem geltend gemacht worden, daß eine nicht »organische« Vermehrung der Mitgliederziffer das Zusammenleben beeinträchtigen, das Zusammengehörigkeitsgefühl abschwächen und damit die Bindungen lockern würde. Demgegenüber betonten die offenen Kwuzoth die

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