Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1935)
- Article
- Die Wirtschaftslage in Palästina seit 1933
- Date
- 1935-07-01
- Page
- Seite 369 (sequence 5)
- Language
- German
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die Höhe der Depositen in den Bonken auch einen Anhaltspunkt zur Beurteilung des Kapitalimports» Die Depositen bei den Banken betrugen Ende 1934 rund 15 Millionen Pfund gegenüber 12 Millionen Pfund Ende 1933 und 7 Millionen Pfund Ende 1932. Auch die Entwicklung der öffentlichen Finanzen ist ein treues Spiegelbild des allgemeinen Aufschwungs des Landes. An der Spitze der Einnahmen stehen die Zölle mit einer Rekordsteigerung für das Jahr 1934 gegenüber den auch in den Vorjahren schon eingetretenen erheblichen Steigerungen. Nachfolgende Ziffern zeigen die Entwicklung der Zolleinnahmen, die ein einzigartiges Bild vermitteln. 1930: £P 1,235.000.—. 1932: £P 1,511.000.—. 1933: £P 2,071.000.—. 1934: £P 2,937.000.—. Die Einnahmen des Zoll-Departements (inkulsive Akzisen und Hafengebühren) seit 1934 betragen nahezu zweieinhalbmal soviel als 1930, obwohl die Tarife im allgemeinen nicht erhöht wurden, ja vielmehr eine Reihe von Zollbefreiungen eingeführt wurden. Steigerungen im ähnlichen Ausmaße sind weiter für die Einnahmen aus der Grundverkehrsteuer, dem städtischen Werko und den Gerichts- und Verwaltungsgebühren festzustellen. Die landwirtschaftlichen Steuern haben in den letzten Jahren sehr schwankende, zum Teil sogar geringere Erträge gebracht als früher, da durch die fortgesetzten Mißernten der Ertrag der Getreidekulturen sehr beeinträchtigt wurde. Ein aufschlußreicher Index für die wirtschaftliche Bewegung ist auch der Zahlungsmittelumlauf. Während er am 31. März 1932 mit 2,409.000 £ sich ungefähr auf der Höhe der Vorjahre hielt, ist er seither von Jahr zu Jahr außerordentlich gewachsen und hat Ende März 1935 bereits die enorme Höhe von 5,326.000 £ erreicht. Über die Entwicklung des Außenhandels ist in dieser Zeitschrift schon kurz berichtet worden. Der hervorragendste Zug der Entwicklung auch im letzten Jahre ist das Anhalten der Aufwärtsbewegung in einem Maße, das vor wenigen Jahren noch für völlig unwahrscheinlich gegolten hätte. Der Außenhandel hat sich wertmäßig und dem Volumen nach im Laufe der letzten vier Jahre mehr als verdoppelt und Ziffern erreicht, die in allen Ländern spontan ein verstärktes Interesse und verstärkte Bemühungen um den palästinensischen Markt hervorrufen. Für alle Importkategorien hat das Jahr 1934 neue Rekordziffern gebracht. Dabei ist besonders die große Steigerung in der Einfuhr von Maschinen und anderen Waren, die als Produktionsmittel in Frage kommen, hervorzuheben, da sie in Zukunft eine Senkung des Imports an Konsumgütern vorhersehen lassen. In der Reihe der Importgüter treten ferner alle Arten von Baubedarf, ferner Saaten für Ölgewinnung, Textilien und Automobile besonders hervor. Im Export nimmt die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse den ersten Platz ein. An erster Stelle stehen die Orangen, dann folgen in weitem Abstand Melonen, Weine und Öle, Ölkuchen. (Wie schon in dieser Zeitschrift berichtet, hat der Chamsin im Mai die Aussichten der Orangenernte für diese Saison sehr geschädigt.) Unter den Industrieerzeugnissen steht Seife an der Spitze, dann folgen chemische Produkte, künstliche Zähne, Wirkwaren und Erzeugnisse der Heimindustrie. (Vergleiche die Tabellen in Nr. 3 und 4.) Beachtenswerte Verschiebungen ergeben sich auch in der Reihe der Einfuhrländer. An erster Stelle in der Liste der Einfuhrländer steht England. Bei Ägypten, das bis zum Jahre 1933 an zweiter Stelle stand, handelte es sich vielfach um Waren nichtägyptischen Ursprungs, die nur in der Zollstatistik Palästinas als Importe aus Ägypten erscheinen, während sie in Ägypten als Transitgüter auftreten. In der Statistik für 1934 sind die Importe zum erstenmal nach den Ursprungsländern eingeordnet, so daß der Anteil Ägyptens sehr viel geringer ist. An nächster Stelle in der Importliste folgt Deutschland, die Vereinigten Staaten und Syrien. Der Import aus Deutschland beträgt