Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1935)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 333 (sequence 2)
- Language
- German
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Das umfangreichste, fast ein Viertel des Werkes einnehmende Kapitel: »Wege der Europäisierung« zeigt den augenblicklichen Stand der staatlichen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklung in der Türkei, in Persien und Afghanistan, im Irak, im Reich Ibn Saud's, in Ägypten und im französischen Mandatsland Syrien» während Palästina nicht besonders behandelt wird. Diese sicher nicht zufällige Lücke läßt sich wohl nur dadurch erklären, daß die Entwicklung des jüdischen Palästina in das Schema des Verfassers nicht recht hineinpaßt. Nach Röhns sicher richtiger Ansicht ist die von den alten religiösen Bindungen losgelöste Nationalisierung der orientalischen Völker einer der wesentlichen Züge ihrer Europäisierung, und K. wollte es offenbar vermeiden, auf den Zusammenstoß des arabischen Nationalismus mit dem jüdischen Aufbauwerk in Erez Israel einzugehen. Wir bedauern dies, da wir das friedliche Zusammenleben von Juden und Arabern durchaus nicht für unmöglich halten. Kohn weist gelegentlich darauf hin, daß die Mandatsregierungen Syriens und Palästinas sich die kulturelle und wirtschaftliche Förderung der ihrer Verwaltung anvertrauten Länder nicht genügend angelegen sein lassen. Das ist auch in diesen Blättern schon wiederholt gesagt worden, ebenso, daß wir Juden jene Europäisierung der zurückgebliebenen Landeskinder natürlich eine solche im besten Sinne, systematisch in die Hand zu nehmen hätten. (Siehe u. a. den Artikel des Herausgebers: Regierung, Fellachen und Juden, »Palästina«, Jahrg. 1932, Nr. 8/9.) Abgesehen von dieser Seite der Frage hätte der so eigenartige Anteil unseres Jischuw an der modernen Entwicklung dieses Stückes Orient in einer solchen Darstellung nicht unerwähnt bleiben sollen. Man darf wohl hoffen, daß diese Lücke in einer Neuauflage ausgefüllt werden wird. Im übrigen ist in knapper Zusammenfassung eine Fülle ganz wesentlicher Tatsachen der neuesten Orientgeschichte dargestellt, die jeder kennen muß, der für das Geschehen in diesem wichtigen und für uns so bedeutungsvollen Erdraum Interesse hat. Edmund Jerusalem. Das Jüdische Abc* Ein Führer durch das jüdische Wissen. Herausgegeben von Emil Bernhard Cohn. Mit Illustrationen und Karten, Verlag Erwin Löwe, Berlin, 1935, S. 336. Es ist ein guter Gedanke, eine Einführung in das jüdische Wissen anstatt in einem kleinen Lexikon in Abc-Form zu geben. Der als Autor wohlbekannte Rab. Dr. E. B. Cohn hat die Auswahl angesichts der Knappheit des zur Verfügung stehenden Raumes sehr gut getroffen und im allgemeinen ist seine Absicht, durch Klarheit und Prägnanz der Darstellung den Leser anzuregen, sein Wissen zu vertiefen, erreicht. In Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden. Sehr übersichtlich ist die Geschichtstabelle. Befremdend wirkt, daß von den zionistischen Parteien die Arbeiterpartei und ihre Leistungen gar nicht erwähnt werden, dagegen dem Revisionismus nicht nur ein verhältnismäßig großer Raum eingeräumt wird — mehr als ein Drittel des dem Zionismus gewidmeten -—, sondern er auch nicht objektiv, fast apologetisch behandelt wird. Dies müßte in der nächsten Auflage unbedingt geändert werden. Der Bund der religiösen Chaluzim ist auf über 2 Seiten behandelt, während über den allgemeinen Weltchaluz nichts berichtet wird, außer Nennung des Namens! Die Hachscharah fehlt als Titel vollkommen. In einer zweiten Auflage müßten solche Versehen behoben werden, denn sonst würde das Buch als parteiisch-rechtszionistisch angesehen werden. Es wäre auch noch anderes richtigzustellen, doch sei über einzelnen Ausstellungen nicht vergessen, die im allgemeinen gelungenen Durchführung zu loben. f. m. Palästinakunde, von Hugo Herrmann. Mit vielen Karten, Diagrammen und Tabellen. Zweite, ergänzte Auflage, Fibaverlag Wien, 1935, S. 566r— In wenigen