Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- [Rezension] / f. m.
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 278 (sequence 1)
- Language
- German
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278 BESPRECHUNGEN. Sword for Hire, by Douglas V. D u f f. Mit einem Porträt, Verlag John Murray, London, 1934. S. 337. — Die Erinnerungen dieses bekannten Funktionärs der palästinensischen Polizei sind von ganz besonderem Interesse. Duff betont ausdrücklich seine absolute politische Objektivität, er liebt sowohl das arabische Volk, wie die Chaluzim und liebt nicht die arabischen Effendis und Wucherer, ebenso nicht den jüdischen Städter. Er erlernte arabisch und war daher mit den Arabern eher in näherem Kontakt, als mit den Juden. Es ist deshalb besonders bemerkenswert, daß seine dienstlichen Erinnerungen Wort für Wort für seine Amtsperiode alle Beschwerden der Juden gegen die englische Verwaltung bestätigen. Diese wollte um jeden Preis alles vermeiden, was den arabischen Führern Anlaß geben könnte, eine politische Kampagne zu führen. So mußte Duff zwei von Arabern Überfallene und schwer verwundete Juden aus Wadi el Chawerith trotz seines heftigen Widerstandes gegen diese widersinnige Ungerechtigkeit verhaften (S. 293), ferner mußte die Polizei auf Wunsch der Vorgesetzten hart und unfreundlich gegen die Juden scheinen, denn es war keine Empfehlung für die Untergebenen, im Verdacht einer Sympathie für die Juden zu stehen (S. 118). Duff beobachtete, wie sang- und klanglos der Abschied Samuels war und wie danach sofort die englische Gesellschaft die jüdische zu »schneiden« anfing (S. 155). Mr. Duff sagt, er hätte lange darüber nachgedacht, warum die Engländer anstatt den Juden, die doch wie sie Europäer sind, den Arabern ihre Sympathien entgegenbringen; er hätte keinen anderen Grund dafür gefunden als daß die Araber unterwürfig sind und die Engländer umschmeicheln, indes die Juden sich ihnen gegenüber sachlich und kühl verhalten. Mr. Duff urteilt scharf über die Unfähigkeit der Regierung während der Unruhen im Jahre 1929; die Araber glaubten, die Briten seien mit ihnen (S. 264), die Regierung verzögerte unbegreiflicherweise die Anforderung von Hilfstruppen aus Ägypten. Die Massakers hätten vermieden werden können (S. 259). Ebenso scharf urteilt er über das Feiern der gehängten Mörder als Märtyrer (S. 279) . und über Chancellors Haltung (S. 280). Sehr klar geht aus diesen Ausführungen hervor, daß die Schwäche der Regierung aus einer völlig unbegründeten Angst vor den arabischen Führern stammte, deren Behauptungen, daß die Juden die Araber verdrängen. Mr. Duff als völlig sinnlos hinstellt, da noch für Millionen Juden neben der arabischen Bevölkerung Platz sei und die Juden wertvolle Kulturarbeit leisten. Sehr anschaulich schildert Mr. Duff die Stammesfehden unter den Arabern und das Räuberunwesen. Besonders der Distrikt Tulkarm, sowie die Stadt Nablus litten während seiner Dienstzeit schwer an diesen Übeln. Auch die Art, wie die jüdischen Kolonien von Arabern bedroht wurden und wie mangelhaft die von der Regierung ihnen gelieferten Waffen (die unter Verschluß gehalten werden) waren, glossiert er als Fachmann sehr bitter. Mr. Duffs Erinnerungen sind das erste Buch, in dem von britischer Seite die Mängel der britischen Verwaltung kritisiert werden. Diese hat sich zweifellos unter Sir Arthur Wanchope wesentlich gebessert, aber die Beamtenschaft, deren Menschenmaterial Mr. Duff als im Durchschnitt als sehr minderwertig bezeichnet (S. 156) müßte gründlich reorganisiert werden, damit ein wirklich objektives Regime etabliert werde. Die Persönlichkeit Mr. Duffs, wie sie aus diesem Buche zum Leser spricht, ist außerordentlich sympathisch. Mr. Duff zeigt sich als mutiger, gerechter, gebildeter und humaner Mann. Es ist ihm selbst sehr peinlich, daß er auf Befehl seines Vorgesetzten 1929 den Schrein bei der Klagemauer entfernen lassen mußte, da die Beschwerden der Araber darüber völlig sinnlos gewesen seien. f. m. Gedanken zum Judenstaat, von Dr. Max Kolenseher» Verlag der Zionistisch- Akademischen Gesellschaft, Tel-Aviv, 1935, deutsch S. 31, hebr. S. 14. — Es ist hier