Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Article
- Das neue Zitrushaus in Tel-Aviv
- Date
- 1935-05-01
- Page
- Seite 255 (sequence 2)
- Language
- German
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255 Revisionistischen Exekutive vorgeschrieben wird. Eine solche Situation ist rein objektiv ein völlige Zerrüttung des »Staatslebens«, und kein lebensfähiges organisatorisches Gebilde könnte sich das gefallen lassen. Es war ein Zeichen der Schwäche der Z. O., daß sie mit einigen Protesten die Situation hinnahm. Sie stellte jedoch die Bedingung, daß diejenigen Revisionisten, die Mitglieder der Z. O. sind, die Disziplin der Z. O., das heißt die Verbindlichkeit der Kongreßbeschlüsse anerkennen mußten. Da die Revisionisten dies nicht wollten, kam es zu der schleichenden Krise, und von Tagung zu Tagung bildete die »Disziplin-Frage« einen Punkt der Beratungen. Die Schwäche der Z. O. war darin begründet, daß gewisse Gruppen mit den Revisionisten sympathisierten und aus Angst, die Revisionisten könnten austreten, eine energische Alternative verhinderten. Denn nach der Arithmetik der letzten Kongresse würde bei Wegfall der Revisionisten die Arbeiterpartei die absolute Mehrheit haben. Dies aber betrachten diejenigen Gruppen, die »bürgerliche« Interessen vertreten, als untragbar. Zu diesen Gruppen gehört vor allem der Misrachi und die Allgemeinen Zionisten, Gruppe B. Der Wunsch, ein Gegengewicht gegen die Linke zu haben, ist bei diesen stärker als die mehr als akademisch betrachtete Frage der Autorität der Organisation. Der rein ideelle Wert der Organisation, nach Herzls Auftreten als größte moralische Errungenschaft der neuen Epoche jüdischer Geschichte begrüßte, tritt heute zurück, wo wir mit einem Übermaß von Parlamentarismus und