Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1935)
- Date
- 1935-05-01
- Page
- 1 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XVIII. Jahrg. Mai 1935 Nr. 5 Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina Von Dr. Ludwig Grünbaum, Tel-Aviv. L Die Absicht der Jewish Agency, den Wirtschaftsaufbau des Landes von einer das Gesamtbild überschauenden Stelle überwachen und, soweit möglich, lenken zu lassen, ist zu begrüßen. Die Entscheidung über die Art der künftigen Wirtschaftsentwicklung bleibt in der kapitalistischen Verkehrswirtschaft grundsätzlich den einzelnen Unternehmern überlassen. Deren Regulativ ist — und muß sein — die Rentabilität ihres Kapitals, also die Spanne zwischen Kosten- und Erlössumme. Die Kosten und Erlöse sind Preise von Gütern und Diensten, und der natürliche Ausrichtungspunkt für alle Entschlüsse sind die gegebenen Preisdaten. Alle Mutmaßungen über die künftige Entwicklung müssen notwendig ziemlich vage sein, weil der Unternehmer als Einzelner nicht übersehen kann, wie sich die Größe des Angebots in seinen Produkten bei der Konkurrenz, noch, wie sich die verschiedenen Kostenarten (Löhne, Rohstoffe, Zinsen z. B.), noch, wie sich die Nachfrage nach seinen Erzeugnissen entwickeln wird. Diese wesensmäßige Unsicherheit der unternehmerischen Marktwirtschaft ist nun verhältnismäßig belanglos in einem Lande mit großen unausgenützten Naturschätzen, wie es beispielsweise die USA. vor 150 Jahren waren. Hier sorgt, wenn nur genügend menschliche Arbeitskraft und damit zugleich genügend Konsumkraft ins Land gelassen wird, das Gesetz des zunehmenden Ertrages je Kosteneinheit dafür, daß über kurz oder lang so ziemlich jede Investition gewinnbringend wird. In unserem kleinen und armen Lande ist diese Hilfsstellung der Natur leider nicht gegeben. Die Aufgabe, für eine starke Einwanderung Vorsorge zu treffen, und die Knappheit der verfügbaren Mittel machen es daher um so notwendiger, Fehlinvestitionen möglichst zu vermeiden, das heißt aber: die Wirtschaft des Landes planmäßig zu entfalten. — Gegenüber diesem entscheidenden Zukunftsinteresse verblassen Gegenargumente, wie Hinweise auf die mangelnde Zwangsgewalt