Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 4 (April 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv.
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 212 (sequence 6)
- Language
- German
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- Haifa 3× ep/1047930
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leitung der für Tel-Aviv und Jaffa bestimmten Importe über Haifa beendet wird zugunsten direkter Warenankunft in Jaffa. Leider wird dies jedoch, wie aus Regierungskreisen verlautet, erst frühestens am 1. Juni der Fall sein. Die Preisbasis für Fichten-, Tannen- und Kiefern-Produkte hat sich nicht wesentlich verändert. Da Norwegen und Finnland dem Sterling-Block angeschlossen sind, haben aus Konkurrenzrücksichten Rußland, Jugoslawien und Rumänien trotz der Pfund-Baisse ihre Forderungen nicht erhöht. Bei flottem Geschäft tendiert Möbelholz im allgemeinen unverändert. Im Hinblick auf den baldigen Wiederbeginn der Pflanzungsarbeiten zeigt sich wieder Nachfrage für Baumstützen; es erzielen, zumeist in rumänischer und russischer. Provenienz, lange Stangen —,013 bis —,015 £P pro Stück und Gabelstangen —,005 £P pro Stück. Zement und Baukeramik: Die direkte Einfuhr via Jaffa (anstatt Haifa) des für Tel-Aviv und Jaffa bestimmten Auslands-Zements wird am 15. Mai wieder einsetzen. Infolge der griechischen Unruhen blieben verschiedene griechische Sendungen aus. Der Markt ist im allgemeinen sehr fest. Alles, was von »Nescher« produziert und aus dem Auslande importiert wird, nimmt der Bedarf rasch auf. Palästinas zweite Zementfabrik, »Schimschon« bei Artuf, ist nunmehr mit einem Aktienkapital von 250.000 £P definitiv gesichert. Der Baukeramik-Import ist in den letzten Wochen stark gestiegen, wobei die belgischen, ungarischen und tschechoslowakischen Lieferanten die Pfund-Fakturierung in der Hauptsache unverändert ließen. Die einheimischen Fußbodenplatten- und Zementröhrenfabriken sind in voller Kapazität beschäftigt und mit eiligen Aufträgen überhäuft. Eisen: Das Preisniveau hat sich, in Angleichung an den Sterling-Sturz, stark befestigt. Man muß loko pro Tonne für Eisenträger 8,250 (Vormonat: 7,500) £P bezahlen, für Rundeisen (zur Betonarmierung) von 8,700 (Vormonat: 7,900) £P an aufwärts, für warmgewalzten Draht bis 8,800 (Vormonat: 8) £P, für Wellblech — pro Stück — bis zu 2 Meter lang (größere Dimensionen entsprechend höher) bis —,110 (Vormonat: —,100) £P. Die Haifaer Kremener-Werke haben nunmehr auch die ersten Muster ihrer gußeisernen Badewannen herausgebracht. Infolge der außerordentlich angespannten Bedarfslage begrüßt man es allgemein, daß vom 15. April an der Eisenimport für Tel-Aviv und Jaffa wieder direkt über den Hafen Jaffa gestattet werden soll. Nichteisen-Metallwaren: Trotz der Pfund-Baisse bleiben die Metallpreise international schwach. Auf dem Palästina-Markt kommt noch hinzu, daß die Importeure von Metallhalbfabrikaten den Konkurrenzkampf immer rücksichtsloser ausfechten, so daß trotz angeregten Geschäftes die Verdienstquote ständig vermindert wird. Der Aufbau eines Kupfer- und Messing-Werkes in Haifa ist nunmehr gesichert; die technische Ausrüstung ist bereits im Auslande bestellt. Eine starke Spezialnachfrage entwickelt sich augenblicklich saisongemäß für vernickelte Armaturen und für verzinkte Bleche seitens der Eisschrank-Industrie. Eine hervorragende Erfindung ist der palästinensischen Badeöfenindustrie geglückt, die Konstruktion eines Badeofens nach dem europäischem Durchlaufsystem, aber speziell für palästinensische Heizmaterial- und Wasserverhältnisse, der nach 4 Minuten Anheizfrist ständig 13 Liter heißes Wasser pro Minute abgibt und eine Brennstoffersparnis bis zu 70% ermöglicht. Palästina-Gründungen im März 1935. Die palästinensische Gründungstätigkeit, nach dem Maßstabe der in die amtlichen Register neu aufgenommenen Firmen, war im März 1935 etwas geringer als im Vormonat; registriert wurden insgesamt 94 Firmen, gegenüber 101 im Februar, also 6.9% weniger.