Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 3 (März 1935)
- Article
- Der Zitrusexport [Nachricht]
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
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160 Wie »Palnews« meiden, ist in dieser Saison versucht worden, ob sich an Stelle von Kisten große Fässer aus gepreßtem Papier eignen, die von der »Papyrus«-Gesellschaft, Tel-Aviv, hergestellt werden. Der Erfolg soll günstig sein. Bis 10. Februar sind 3% Millionen Kisten versendet worden. Spezifikation hierüber fehlt. Zitrusabkommen mit Deutschland Nach sehr langen Verhandlungen ist dieses zustandegekommen. Gegen 4 Millionen Mark Wert des Zitrusimportes müssen um 5.2 Millionen Mark deutscher Waren nach Ägypten und Indien abgenommen, die Differenz, 1.2 Millionen Mark, muß in Devisen bezahlt werden. Alle Zahlungen gehen durch die Bankfirma Warburg in Hamburg. Es findet durch den Verrechnungsmodus eine Verteuerung von RM 2.50 per Kiste statt. Polnischer Zitruszoll ermäßigt Polen ermäßigte den Zoll für Orangen von 220 auf 44 Zloty. Rückgang der Getreidieeiniuhr, Hierüber schreiben »Palnews«: In welchem Maße die palästinensische Handelsbilanz durch den Rückgang der Getreideeinfuhr auf Grund der besseren Ernte gegenüber dem Vorjahr entlastet wrird, ergibt sich aus folgenden Ziffern: Juli—September 1934 Juli—September 1933 Weizen t 6.584 £P 59.099 t 19.959 £P 161.475 Weizenmehl t 4.185 £P 42.363 t 4382 £P 45.461 Gerste t 603 £P 3.215 t 12.186 £P 51.499 Insgesamt t 11.372 £P 104.677 t 36.527 £P 258.435 Im 1. Quartal nach der neuen Ernte sank der Import von Weizen, Weizenmehl und Gerste gegenüber dem Vorjahr von rund 258.000 £P auf 105.000 £P. Der Weizenmehlimport, der zur Versorgung der Städte, vor allem Tel-Avivs, dient, wird durch das Ernteergebnis allerdings kaum berührt. Die Fnage des Industriiejexportes* In »Palästina-Nachrichten« Nr. 1/2 bespricht unser Mitarbeiter Dr. J. Adler die Frage des Exports der palästinensischen Fabrikate. Er schätzt die gesamte industrielle Jahresproduktion auf 7J4 Millionen Pfund, davon den jüdischer Industrie 6 Millionen Pfund. Der Export macht kaum 4% davon aus. Exportfähig dürften vor allem sein: die Produkte der Potash Cy und die daraus erzeugten Chemikalien, ferner Spirituosen, Wein, Konserven, Seifen, Öll, Erzeugnisse der Textilindustrie und manche Produkte der Metall-, Holz- und Lederbearbeitung. Wichtig für den Export sind die Länder um den indischen Ozean. LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Der Landwirtschaftsrat Dieser hielt am 15. Jänner eine Sitzung ab. Zur Verhandlung standen: die Förderung der Bienenzucht, die Bekämpfung von Hühner- und Viehkrankheiten, die Vermahlung von Gerste usw. — Die Regierung teilte mit, daß sie weitere 8000 £ zur. Zitruspropaganda in England vorschießen wird, die durch Erhöhung der Reklameabgabe um 3^2 Mil per Kiste gedeckt werden sollen. FarmerverbamcL Ende Jänner fand dessen Hauptversammlung statt. Smilansky sagte, daß früher die jüdischen Arbeiter 70% der ständigen und 50% der Saisonarbeiter gestellt hätten. Heute sei die Landflucht eingerissen. Der Arbeitslohn für Juden, wie ihn die städtische Arbeit zahlt, ist für die Pflanzungen untragbar. Smilansky äußerte sich scharf gegen die revisionistische Bewegung. Die Konferenz sprach sich für Durchsetzung der britischen Vorzugszölle aus, sowie für ein System der Kompensationen.