Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Aus dem arabischen Lager [Nachricht]
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379929--19481-2403701- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kauf von Boden an die Juden eine Agitation. Er führt auch eine systematische Tätigkeit durch, um Bodenkonflikte hervorzurufen und Prozesse um Boden anzuzetteln, denen er einen religiösen Charakter zu geben sich bemüht. In einer Eingabe an den Oberkomsmissär verlangt der Mufti, daß ein Gesetz erlassen werde,1 wonach 130 Dunam für die Familie als Mindestmaß unverkäuflich sein sollen. Der Oberste Moslemische Rat versucht in der jüngsten Zeit an gewissen strategisch wichtigen Punkten als Bodenkäufer aufzutreten. Zu diesem Zwecke bemüht er sich auch, von der Regierung die Erlaubnis zur Aufnahme einer Bankanleihe von 100.000 £ zu erhalten (ohne Erlaubnis der Regierung darf das nach der Verfassung des Moslemischen Rates nicht geschehen). — Im Hulegebiet ist bisher die Hetze unter den arabischen Fellachen wirkungslos geblieben. Eine Gruppe arabischer Terroristen, die einen Bodenmakler im Dorfe Kulonie ermordet hatten, wurde verhaftet Transjordanien» Die Frage der jüdischen Siedlung Transjordaniens. Sokolow äußerte sich zu Pressevertretern, daß er hoffe, daß es dazu kommen werde, daß die Regierung' ihre Zustimmung zur Niederlassung von Juden in Transjordanien geben werde. Verschiedene Nachrichten* Am 8. Jänner machte der Leiter der politischen Abteilung der Exekutive Schertock dem Emir einen längeren Besuch, — Der Emir verlangt vom Parlament außerordentliche Vollmachten im Fall der Bedrohung des Landes. Die von der Regierung erteilte Anleihe von 100.000 Pfund soll für Entwicklungder Landwirtschaft verwendet werden. ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. öffentliche Finanzen« Der Überschuß in den Regierungskassen betrug per Ende November 1934 3,835.933 £P. Nach dem Bericht des Valutaaufsichtskomitees betrug am 1. März die Valutareserve 470.750 £P, was einer 15%igen Überdeckung des Umlaufs des Geldes entsprach. Hievon wurden 90.000 Pfund an den Staatsschatz abgeführt. (Wir haben wiederholt ausgeführt, daß es ein Unikum in der ganzen Welt ist, für den'Geldumlauf eine Deckung von über 100% [dieses Jahr 115%] zu halten, die natürlich in sehr niedrig verzinslichen Papieren angelegt ist. Diese Reserve muß zum Überschuß der Staatskassen hinzugerechnet werden. — Die Red.) Mangelnde Fürsorge der Regierung» »Davar« (9. Jänner) schreibt, daß durch die starken Regengüsse die Malariagefahr bedeutend zugenommen hat. Die Kosten ihrer Bekämpfung werden wieder bloß auf dem Jischub, den Siedlern, der Krankenkassa usw. liegen; wo bleibt die Verantwortlichkeit der Regierung? Die Juden haben die Sümpfe in ihren Siedlungen auf eigene Kosten drainiert, sind aber nicht in der Lage, das auch mit den umliegenden zu tun. Die Regierung tut nichts1 in dieser Richtung, trotzdem ihre Kassen durch die Abgaben der Juden gefüllt sind. »Doar Hajom« (9. Jänner) verlangt unter ähnlicher Motivierung, daß die Regierung Wege zwischen den Dörfern und Kolonien baut. Verschiedenie Nachrichten. Die Ansprüche von Beduinen auf Weiderechte in Zamania wurden vom Berufungsgericht zurückgewiesen. Zwei Araber wurden wegen Betretens jüdischen Bodens bei Akko zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Lande amtieren derzeit 65 Konsulen, von denen 10 ihren Sitz in Tel-Aviv haben Darunter befindet sich nur ein Nichtjude.