Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: Januar 1935
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 87 (sequence 2)
- Language
- German
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markt Palästinas, dem sie 1934 rund 700.000 £P an neuen Hypothekengeldern zuführte, weitgehend beherrscht. Für die Pfandbriefe der Bank soll demnächst ein regelmäßiger Markt in der Londoner City geschaffen werden. Anfang Jänner hat Palästinas erste Bausparkasse, »Zel-Korati, Ltd.« in Tel-Aviv, eine Gründung der »Misrachi-Banfc, Ltd.«, den Betrieb aufgenommen. Gewisse Außenseiter-Elemente, die die Hausse- Stimmung am palästinensischen Grundstücksmarkte zu unlauteren Manövern auf Kosten der Leichtgläubigkeit des investierenden Publikums auszunutzen suchten, haben soeben den verdienten Rückschlag durch eine Aufklärungskampagne erfahren, die von Führern des gemeinnützigen1, genossenschaftlichen Wohnungsbaues eingeleitet wurde und die offizielle Förderung der Stadt Tel-Aviv genießt Starkes Interesse in palästinensischen Finanzkreisen bat die Mitteilung hervorgerufen, daß die »Palestine Potash^Company, Ltd.«, die Konzessionärin für die Auswertung der Mineralien des Toten Meers, eine Zulassung ihrer Aktien zur Londoner Börse erstrebt und eine Emission von neuen 5J/2%igen Vorzugsaktien in noch nicht feststehender Summe vorbereitet. Auf die 500.000 £P-Anleihe der Jewish Agency und des Keren Hejessod wird nunmehr, ebenfalls am Londoner Markte und durch das gleiche Konsortium, auch eine langfristige Anleihe des Keren Kajemeth le-Israel in bisher noch nicht entschiedener Höhe folgen. Die Gründung einer neuen Arbeitnehmerbank wird vom Arbeiterflügel des »Misra»chi«, der »Poalej Misrachi«-Organisation, vorbereitet. Zitrusfrüchte : Wie die regenreiche Wochen um die Jahreswende die Reife der Früchte stark gefördert haben, so haben sie anderseits auch manche Schäden in den Pflanzungen angerichtet, durch Störungen im Bahn- und Straßenverkehr den Abtransport der Ernte verzögert und durch schweren Seegang die Verschiffung, ab Jaffa oft mehrtägig, stillgelegt. Bis Mitte Jänner 1935 haben daher in der laufenden Saison erst annähernd zwei Millionen Kisten das Land verlassen, nur ganz wenig mehr als bis zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs, wobei hervorzuheben ist, daß in dieser Saison für eine Million Kisten mehr als in der vorigen Saison Asbsatz gefunden werden muß. Hauptabnehmer ist nach wie vor Großbritannien, zu immer noch gedrückten Preisen (in Liverpool 8 bis 13 engl. Shilling für die Kiste Orangen und 11 bis 14 für die Kiste Grape-Fruits). Man beklagt sehr, daß Spanien und Italien ihrem Zitrusexport den Zugang zu den Auslandsmärkten durch handelspolitische Mittel bahnen können, über die Palästina bekanntlich nicht verfügt. So bereitet Spanien ein Tauschgeschäft mit England vor: spanische Apfelsinen gegen englische Kohle. Ein Lichtblick inmitten der Verstimmung der letzten Wochen war die Ermäßigung des polnischen Orangen-Zolls von 220 Zloty auf nur noch 44 Zloty pro 100 kg, die sofort größere Verschiffungen nach Polen angeregt hat. Wie verlautet, steht auch in Holland eine Senkung des Orangen-Zolles bevor. Sehr enttäuschend ist der bisherige Verlauf des deutschen, tschechoslowakischen und österreichischen Geschäftes; bis Jahresende 1934 hatte Deutschland erst 15.000, die Tschechoslowakei erst 8000 und Österreich erst 1000 Kisten abgenommen. Dagegen entwickelt sieh der skandinavische und der rumänische Markt nicht unbefriedigend. Angesichts der Labilität des Zitrus-Marktes protestiert man allgemein dagegen, daß die Regierung in der neuen Landwirtschaf ts-Einheitssteuer (die an die Steide von »Oscher« und »Werko« treten soll) die Orangenpflanzungen in die höchste Steuerklasse einreihen will. Getreide, Futtermittel und Mehl: Die Einheitswerte, die der Berechnung des Einfuhrzolles für Zerealien zugrundezulegen sind, wurden von der Regierung für das erste Quartal 1935 folgendermaßen, pro Tonne, festgesetzt: harter Weizen 7,250 £P, weicher Weizen 6,756 £P, Roggen 7£P, Semolina und Semoule (in zwei Wertklassen) 8,500 und 9,000 £P, Weizenschrot 8,750 £P, Weizenmehl (in vier