Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1935)
- Article
- Erster Jahresbericht der Haavara (Palästina) [Nachricht]
- Date
- 1935-02-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Erster Jahresbericht der Haavara (Palästina) Mit Beendigung des ersten Jahres seit der Gründung der Gesellschaft »Haavara«, die im November 1933 gegründet worden ist, und der die Aufgabe zugefallen' ist, dias Transferabkommen zu verwirklichen, das den deutschen Juden <fie Möglichkeit gibt, ihr Vermögen in Form von Waren nach Palästina zu transferieren, veröffentlicht diese Gesellschaft folgende Ziffern, die der Öffentlichkeit einen Begriff über die Wichtigkeit und umfassende Tätigkeit der »Haavara« geben: Im Verlaufe dieses ersten Jahres bedienten sich des Transfers 1250 jüdische Familien; aus Deutschland, die zirka 5000 Seelen umfassen. Unter diesen gibt es viele, denen die; Einwanderung nach Palästina als Kapitalisten nur mit Hilfe der »Haavara« möglich war. Auf die Sonderkonten der »Haavara« wurden bis Ende dieses Tätigkeitsjahres der Gesellschaft ein Betrag von 18 Millionen Reichsmark in Deutschland eingezahlt. Hievon wurden bereits RM 8,250.000.— nach Palästina transferiert. Außer dieser Hauptaufgabe, für welche diese Gesellschaft ursprünglich gegründet wurde, — die Rettung des jüdischen Vermögens aus Deutschland und seine Tränsferierung nach Palästina — hat die tatsächliche Lage der Juden in Deutschland1 und in Palästina dieser Gesellschaft weitere Aufgaben gestellt, die ihre Bedeutung, erhöhen und sie zu einem wichtigen Faktor im Leben des deutschen Juden sowie der Wirtschaft Palastinas machen: 1. Die Mobilisierung von großem Geldmitteln zwecks Erweiterung der Kolonisationsmöglichkeiten derjenigen Gesellschaften, die sich mit der Erlösung des Bodens für die Ansiedlung beschäftigen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde den nachstehenden Gesellschaften die Möglichkeit gegeben, durch Verkauf von Aktien1 und Obligationen über Sonderkonto II der »Haavara« folgende Beträge zu erzielen: KKL. RM 3,700.000.—, Hanotaiah RM 1,300.000.—, »Nir« RM 600.000.—, Rasco RM 600.000.,—, Jaffa Pläntations Ltd. RM 250.000.—. Bis jetzt erhielten die obengenannten Gesellschaften aus dem Gesamtsbetrag, der nach Palästina transferiert worden ist, RM 2,250.000.—. 2. Transfierung der Kopf- und Hafen Steuer für die Jewish Agency. Wegen der schwierigen Devisenlage der deutschen Regierung wurde die Überweisung1 von Geldern für Rechnung der Kopf- und Hafensteuer, die in Deutschland gezahlt wird, nicht mehr genehmigt und der »Haavara« kam die Aufgabe zu, für die TTansferierung dieser Gelder zu sorgen. Im Verlaufe dieses Jahres wurden durch die »Haavara« zu Gunsten der Jewish Agency RM 59.000.— für die Kopf- und Hafensteuer transferiert. Es sei noch zu erwähnen, daß die »Haavara« sich mit dem Transfer von Geldern, die für die »Jüdische Jugendhilfe« bestimmt sind, befaßt. Auch für diese Institution hat die »Haavara« RM 47.000.— transferiert. 3. Transferierung von Spendengeldern der nationalen Fonds. Das Verbot der Ausfuhr von Kapital' hat natürlich auch die nationalen Fonds stark betroffen, so daß die in Deutschland eingegangenen Spenden nicht nach Palästina überführt werden konnten und dadurch die Arbeit der nationalen Fonds in Deutschland empfindlich gestört wurde, so daß auch diese Gelder über die »fjaavara« geleitet werden mußten. Auf diesem. Wege wurden bisher transferiert: für den KKL. RM 200.000.—, für den K. H. RM 120.000.—. 4. Transferierung von Pensions- und Rentenbezügen. Nur durch die Tätigkeit der »Haavara« ist es möglich geworden, die Pensions- und Rentenbezüge, der . nach Palästina eingewanderten Pensions- und Rentenemipfänger, nach Palästina zu transferieren. Diese Einrichtung, die nur für Palästina erlaubt istr schafft für viele aus Deutschland1 eingewanderte Juden eine Lebensmögjichkeit in Palästina. 5. Tour Ls t e m d i e n s t nach Palästina. Das Devisenverbot brachte auch die ganze jüdische Touristenbewegung1 aus Deutschland nach Palästina in Gefahr. Diese Gefahr wurde dank der Sonder einrichtungen der »Haavara«, welche ermöglichen, daß jeder Tourist aus Deutschland1 RM 500.— für seine Reise ausführen darf, behoben. Dieser Touristendlienst besteht erst seit kurzer Zeit und wurde bereits von zirka 150 Touristen bisher in Anspruch genommen, welche während der Zeit ihres Aufenthaltes in Palästina zirka RM 75.000.— verausgabt haben. Das ist die Tätigkeit der Gesellschaft »Haavara« im Verlauf des ersten Jahres ihres Bestehens. Diese Leistungen verpflichten auch die Transfergegner ihre Einstellung gegenüber der »Haavara« und allen mit ihrer Arbeit verbundenen Problemen zu ändern., (EntgeMich.)