Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Weinindustrie [Nachricht]
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 557 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Weinindustrie. Wir haben wiederholt ausführlich über die Lage dieser Industrie berichtet. Die „Palnews" beziffert die jetzige Produktion auf 40.000 Hektoliter, davon werden verbraucht: in Palästina 25.000, Aegypten 8000, England 4000 Hektoliter. Die einzigen Kellereien, die noch arbeiten, sind die von Rischon und Sichron. Die Steuer ist noch immer prohibitiv, die Lizenzgebühr beträgt 6—8 Pfund pro Hektoliter. Wir bemerken hiezu, daß sich die Aussichten durch die Aufhebung der Prohibition in U. S. A. gebessert haben. Auch verlautet* daß mit Sowjetrußland ein Kompensationsabkommen möglich wäre. Wein aus Zitrusfrüchten. Wie uns das American Economic Committee for Palestine, Tel - Aviv mitteilt, erhielt es die folgende Information aus Amerika: Chemiker der amerikanischen Regierung haben entdeckt, daß man aus Zitrusfrüchten — Apfelsinen, Grapefruit, Mandarinen — eine ausgezeichnete neue Art von alkoholischen Weinen und anderen Getränken herstellen kann. Man hofft, daß diese Methode der Nutzung der Früchte eine infolge von Ueberfluß entstehende Preisdepression beheben wird. Die neu an der landwirtschaftlichen Station der amerikanischen Regierung im Winter Häven, Florida, entdeckten Produkte schwanken von den leichtesten bis zu den schwersten Weilten (fortified), Likören und stellen keine Nachahmungen von bereits früher auf den Markt gebrachten Produkten dar, obgleich, wie von den Beamten behauptet wird, eine gewisse Aehnlichkeit mit Sauterne, Sherry, Port und anderen Weinen besteht. Der Ueberfluß an den — meist nicht handelsüblichen — Früchten wird gewöhnlich konserviert oder zu Marmeladen und alkoholfreien Getränken verarbeitet. Nach Ansicht der Chemiker bedeutet die Umwandlung der nicht handelsüblichen Früchte in konkurrenzlose Produkte die Lösung des Problems der Ueberproduktion. Die für die Gärung bestimmten Mengen würden von der Ernte abhängen. Die Produkte aus der Ueberproduktion eines Jahres können aufbewahrt werden, wodurch die Qualität durch das Alter des Weines nur verbessert werden würde; der Prozeß ist einfach und mit verhältnismäßig wenig Kosten verbunden. Zunächst werden die Früchte auf schnell rotierenden Apparaten ausgelöst. Der Saft wird, nachdem er durchgesiebt wurde, mittels einer reinen Weinhefe-Kultur in Gärung gebracht. Der Zuckergehalt der gewonnenen Flüssigkeit wird durch einen Zusatz von 25o/o Kornzucker erhöht, der zusätzliche Alkohol dient zur Konservierung. Vier aus Grapefruit hergestellte Getränke wurden von den Chemikern als Beispiel ausgestellt. Durch den natürlichen Gärungsprozeß gesüßten Grapeifruitsaftes würde ein leichter, trockener Wein, ähnlich dem Sauterne, in heller! Bernsteinfarbe gewonnen. Ein schwerer Wein, ähnlich dem Sherry, stark aromatisch in dunkler amber Farbe wurde durch Verstärkung des leichten Weines mit destilliertem Grapefruitsaft und durch Lagerung desselben thergestellt. Grapefruit-Likör (cordial) hat ein ausgesprochenes Fruchtaroma und wurde durch Hinzufügung von Zucker und der entsprechenden Frucht zum destillierten Wein, gewonnen. Branntwein wird durch Destillation von frisch gegärtem .gesüßten Saft, der in Fässern gelagert hat, erzeugt. Arbeitskonflikt in Kfar Saba. In dieser Kolonie gab es neuerlich Differenzen