Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Der Johannesbrotbaum [Nachricht]
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 556 (sequence 1)
- Language
- German
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Der Johannesbrotbaum. In einer Veröffentlichung der Regierung von Ing. Schwarzmann hierüber heißt es u. a.: Die Zucht ist im Lande sehr verbreitet;, Der Import der Fru«dht aus Syrien und Cypern ist groß. Der Exportwert sank von 4644 Pfulnd (1928) aujt 615 Pfund (1931), allerdings ist au,ch der Preis in dieser Zeit von 3—6 Pfujnd auf 1,6 Pfund per Tonne gefallen. Es besteht aber auf den Auslandsmärkten eine große Nachfrage, daher sollten die bestehendem Pflanzungen erhalten und vermehrt werden. Johamnösbrot dient verschiedenen Zwecken, besonders auch als Viehfutter. Viele Länder führen es zu diesen Zwecken in größeren Mengen ein (En<glanid z. B. für 350.000 Pfund im Jahr-). Ein 6—10 jähriger Baum gibt ca. 100 kg, 20 Bäume werden auf 1 Dumam gerechnet, das daher 2000 kg gibt oder mindestens 3 Pfund Einnahme, die aber bis 4V2 steigt. Pistazie. Die Gesellschaft „EI Hahar", die Kfar Etzion, die Obstbaukolonie bei Hebron gründet, hat zwei Experten in die Nachbarländer entsendet, um die Bedingungen zur Einführung der Pistazie („Batnel") zu studieren. Das Ergebnis der Reise läßt hoffen, daß für ihre Einführung in Palästina gute Aussichten bestehen. Geophysikalische Gesellschaft. Eine solche wurde von dem in Palästina seit Monaten erfolgreich arbeitenden Geophysiker Dr. Stern gegründet. Sie besitzt 3 Laboratorien mit voller Ausrüstung zur Wassersuche und will eine Wasserkarte von Palästina anlegen, 3 Lorries mit der nötigen Apparatur zu geophysikalischen Untersuchungen sind ständig an Arbeitsplätzen beschäftigt. Fischerei. Wir haben berichtet, daß die Regierung einen Fischereiexperten, James Horneil, der in Indien gearbeitet hat, zur Untersuchung der Möglichkeiten der Hebung des Fischfangs aus England kommen ließ. Wie „Pialnews" melden, führt er den Rückgang des Fischfangs im Kinereth darauf zurück, daß der Fisehbestand durch Anwendung von Dynamit durch die Araber vernichtet wird. (Auf diesen Uebelstand hat schon in Jahrgang 1929, S. £51 A. Bojewski aufmerksam gemacht. — Die Red.) Ferner wird bemängelt, daß zu engmaschige Netze gebraucht werden, durch die auch die kleinen Fische aufgefangen werden. Der Experte schlägt daher, wie „Palnews" berichten, der Regierung vor: 1. den Dynamitgebrauch streng zu verbieten und die Durchführung des Verbotes zu überwachen und 2. die Verwendung zu engmaschiger Fischnetze zu unterbinden, um den Fang junger Fische zu verhindern und deren Vermehrung zu fördern, 3. den Fischfang während der Laichzeit in den Wintermonaten zu verbieten und 4. die Kinerethseefischerei konzessionsweise zu verpachten. Der Konzesr sionsbesitzer wird daran interessiert sein, die Fischerei zu entwickeln und nicht nach maximaler Ausnützung des Sees in einer Saison trachten. Er wird sich auch um Verbreitung teurer Fischarten im See, wie z. B. Karpfen, bemühen. Im Falle diese Maßregeln durchgeführt werden, dürfte der Kinerethsee die Hälfte des inländischen Fischbedarfs decken. Der Fischfang im Hulesee müßte für 1—2 Jahre überhaupt verboten werden, um den gänzlichen Schwund der Fische zu verhindern. Die Einfuhr an Fischen betrug 1932 71.582 Pfund. Die Ziffer für 1933 liegt noch nicht vor, doch wird sie zweifellos beträchtlich höher sein.