Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Die Orangensaison [Nachricht]
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 555 (sequence 2)
- Language
- German
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bis vor wenigen Jahren maximal 100 Pfund per Dunam kosteten, ist es ein glänzender Ertrag. — Die Red.) Die Marktlage. In Widerspruch zu den den Pflanzern gezaÜilten guten Preisen steht der Bericht über das Scheitern der Verhandlungen mit Deutschland über ein erträgliches Kompensationsabkommen. Die Preise der Jaffaorange werden in diesem Land, das in der vorigen Saison 1,200.000 (fast 20o/o der exportierten Menge) Kisten abnahm, infolge verschiedener Retorsionen um 50o/o höher sein, als in England. Es ist daher mit einem scharfen Importrückgang nach Deutschland zu rechnen. Außerdem wird gemeldet, daß die Ernten in Spanien und Italien sehr gut waren. Spanien hat auch eine vorzüglidhiei Kontrolle über die Güte der exportierten Früchte eingerichtet. In Grape erwartet man eine große Konkurrenz von Florida. Der Zitrusexport aus Palästina wird für diese Saison auf 61/2 Millionen Kisten geschätzt. Die wirtschaftliche Bedeutung der Pardessim. In „Boust'nai" spricht Ben Israel über dieses Thema. Njaoh den Ziffern der Volkszählung 1922 und 1931 zeigt es sich, daß die Vermehrung der Juden in jenen Bezirken relativ am größten war, in denen die Pardessim am zahlreichsten sind. So ist die jüdische Bevölkerung inJudäa in dieser Zeit von 8199 auf 20.040, im Scharon von 114 auf 5660 Köpfe gestiegen. Das wird auch für die einzelnen Kolonien nachgewiesen, so hat z. B. in Rosch Pinah,, wo keine Pardessim angelegt sind, die jüdische Bevölkerung in neun Jahren überhaupt nicht zugenommen. Ein Hauptgrund für diese Erscheinung ist, daß Pardessim eine größere Arbeitsintensität als Getreidebau und unbewässerte Baumpflanzungen, ebenso wie eine größere Kapitalsintensität erfordern. Die 20.000 Arbeiter und Fachleute in den jüdischen Pardessim erheischen eine Löhnausgabe von über einer Million Pfund im Jahr. Außerdem werden viele Maschinen, Betriebs- und Hilfsstoffe gebraucht, was vielen anderen Menschen Verdienst gibt und schließlich die Gründung von Fabriken im Lande zur Erzeugung dieser Bedarfsartikel verursacht. Im Export stehen die Zitrusfrüchte an erster Stelle — der Ausfuhrwert im letzten Jajhr war 21/2 Millionen Pfund. Der Autor erwä(hnt noch die allgemeine Hebung der Kaufkraft, die diesem Produktionszweig zu verdanken ist und daß' es heute 3000 Arbeiterfamilien gibt, die in den Kolonien eigene Bodenflachen haben. Die arabische Arbeit in den Pflanzungen. Nach einer Zählung vom September, die 123.000 Dunam jüdischer Gärten umfaßte, wurde auf 15.000 nicht gearbeitet, 6500 wurden ohne Lohnarbeit befunden, für 6000 war keine Auskunft zu erhalten. Auf restlichen 95.800 Dunam (davon 55.000 fruchttragend) arbeiteten 4955 jüdische und 3746 arabische Arbeiter. Rein jüdische Arbeit fand sich in Raanana. Pardeß Ghana, Ramat Hascharoon, Gan Jawne, Gan Hadar, Ramatajim, Gan Öhaim. In Petach Tikwah haben am Tage der Zählung in den Pflanzungen 684 arabische und 251 jüdische Arbeiter gearbeitet, in Qhedera 550 Araber und 242 Juden, in Risdhon-le-Zion 403 Araber und 189 Juden, in Neß Zionah 389 Araber und 330 Juden, in Rechoboth 578 Araber und 530 Juden, in Benjamina 98 Araber und insgesamt 19 Juden; in einer Reihe von Kolonien, die noch vor kurzer Zeit Festungen rein jüdischer Arbeit waren, wie z. B. Kfar Saba, Herzlia, Kerkur, Magdiel, Hadar, Bne Brak, ist in der letzter Zeit die billige arabische Arbeit eingedrungen.