Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Der Geldumlauf im Nahen Osten
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 537 (sequence 2)
- Language
- German
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Wie unser Diagramm zeigt, ergibt sich, hier eine verblüffende Aehnlichkeit zwischen Palästina und Irak, dessen Kurve, abgesehen von den ersten Monaten der Einführung der Währung, fast in allen Details parallel zu der Palästinas verläuft. Nun ist es unwahrscheinlich, daß der Anstieg in Irak auf wirtsehaftr liche Expansion zurückzuführen sei; man darf vielmehr annehmen, daß es die langsame Verdrängung der Rupie ist (die erst seit Oktober 1933 aufgehört hat, Währung zu sein), der das Ansteigen des Umlaufes von I. Dinar 602.855 im April 1932, auf I. D. 2,248.185 ein Jahr später, ,uad I. D. 3,104.365 im Apnil 1934 zu verdanken ist. Hingegen glauben wir deutlich gemeinsame Saisonschwankungen erkennen zu können. Dasselbe kann von Syrien gesagt werden, dessen Kurve in vielen Einzelheiten mit der Palästinas übereinstimmt, während sein Trend, wenn auch ansteigend, doch nicht jenen Steilanstieg zeigt, wie die Palästinas. Nur gering ist die Aehnlichkeit mit Aegypten, das durch seine Landschaft und sein Hauptprodukt, Baumwolle, nur wenig Uebereinstimmung mit den anderen Ländern zeigt sowohl was den Trend, als auch die Saisonschwankungen betrifft, die wir für diese Ländergruppe zu einem späteren Zeitpunkt genauer untersuhoen wollen. Rundschau Landwirtschaft. Tierzüchterisclie Zeitfragen-*) Von Tierarzt Dr. Priebatsch, Allenstein, techn. Leiter der „First Cattle breeding Import Co. for Palestine", Tel-Aviv. Jedermann weiß, daß großer Viehmangel im Lande heirsicht und jedermann glaubt, diesem Uebeistande abhelfen zu können. So stürzen sich also Geldleute, mögen sie Pardeßbesitzer in Erez Israel oder Fabrikbesitzer, Kaufleute oder Viehhändler in Europa sein, auf den Zuchtviehmarkt und glauben nun nicht nur das Land mit ihrem Vieh glücklich zu machen, sondern dabei noch recht viel Geld zu verdienen. Hierbei wird lediglich eine sehr wichtige Tatsache vergessen. Vieheitnkauf ist von jeher Vertrauenssache gewesen, und zum Viehimport in fremde Klimiate gehört nicht nur der Verstand eines Viehhändlers, sondern dazu gehören, wenn nicht Fehlschläge eintreten sollen, Spezialkenntnisse, die selbst vom tüchtigsten Händler nicht von heute auf morgen gewonnen werden können. Die Folge des Fehlens dieser spezjalistisohen Kenntnisse ist, daß von allen möglichen Seiten, aus allen möglichen Ländern, alle nur existierenden Rassen eingeführt werden, wenn sie nur recht billig sind. Dies ist aber einer der ersten Trugschlüsse, denn bei den teuren Unterhaltungskosten einer Milchkuh, liegen die Verhältnisse bei den Kühen genau so wie beim Automobil. Das Billigste an diesem ist der Einkaufspreis, und je höher im allgemeinen derselbe ist, um so billiger ist der Betrieb. Die diesbezüglichen Berechnungen bei den Milchkühen hat ja schon im Jahre 1928 Dr. Schwager nach den Feststellungen *) Vgl. die Artikel über dieses Thema in Nr. 4/5, S. 200 und Nr. 10, S. 420.