Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1934)
- Article
- Die Aufgaben der "Angewandten Pflanzensoziologie" in Palästina
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 510 (sequence 2)
- Language
- German
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Auf Grund der bisherigen Erfahrungen und auf Grund einer Unzahl von praktischen Beispielen aus der sehr umfangreichen pflanzensoziologischen Literatur kann der Satz aufgestellt werden, daß durch die einzelnen Arten wohl die verschiedenen Faktoren angezeigt werden, daß aber die Gradstärke, mit der der betreffende Faktor auftritt, erst durch die den Ort besiedelnde Pflanzen geSeilschaft angegeben wird. Mit der Erwähnung dieses Teilproblems der Pflanzensoziologie ist auch schon ein wichtiger Weg angedeutet, auf dem die theoretische Forschung zur „angewandten" wird. Mit ihrer Erwähnung werden aber auch dem Fernerstehenden sofort die Beziehungen vor Augen gerückt, die die intensiv betriebene pflanzensoziologische Erforschung eines Landes zu dessen Wirtschaft besitzt. Haben wir doch nach einer solchen Untersuchung eines Gebietes den Schlüssel in der Hand, auf Grund der wildwachsenden Pflanzengesellschaften die wichtigsten Bedingungen des Bodens und der übrigen Standortsverhältnisse überall im vorhinein zu erkennen und entweder gleich die entsprechendsten Kulturen zu wählen oder den Weg deutlich zu sehen, in dessen Richtung wir die Fläche künstlich beeinflussen müssen, um oTine lange und verschiedenartige Versuche am schnellsten zu dem erstrebten Erfolg zu gelangen. Vor kurzem wurden von dem Verfasser in der Zeitschrift „Angewandte Botanik" die Aufgaben einer „Angewandten Pflanzensoziologie" und ihre Bedeutung für die Wirtschaft im allgemeinen behandelt, und wenn wir hier ihre Aufgaben für die palästinensische Wirtschaft im besonderen kurz besprechen sollen, so müssen wir vorher einige konkrete Beispiele aus anderen Ländern an dieser Stelle wiederholen. Rübel, der Begründer und Leiter des geobotanischen Forschungsinstitutes in Zürich leitet das Kapitel „Pflanzensoziologie" in der neuen Auflage des „Handwörterbuches der Naturwissenschaften mit folgenden prägnanten Worten ein: „Die Pflanzengesellschaften unterrichten uns über die Kulturmöglichkeiten eines Bodens, eines Klimas, überhaupt einer Gegend. Aus den Gesetzen der Gesellschaftsbildung und der Gesellschaftsentwicklung können Vegetationsveränderungen vorausgesagt werden, die aus künstlichen oder natürlichen Einwirkungen entstehen. Pf Lanzen Soziologie muß man können, wenn man richtig aufforsten will, Dünenzerstörungöfc durch Festigen verhindern will, wenn man die forst- und