Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Article
- Lohnprobleme in Palästina
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 474 (sequence 2)
- Language
- German
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dings ist in palästinensischen Blättern wieder darauf hingewiesen worden, daß wenigstens in der Lohnfrage und der Frage der „Tozereth" (d. hl de)r vom Arbeiter zu vollbringenden Minimalarbeitsleistung) auch, in der Landwirtschaft eine auf wissenscliaftlicher Basis beruhende Untersuchung die Grundlage für einen Ausgleich bieten müßte, wenigstens für diejenigen Kreise,' die diesen Ausgleiten auf der Grundlage jüdischer Arbeit wollen. Das Lohnproblem ist ferner neuerdings zu einer gewissen Aktualität da-j durch gelangt, daß gewisse Kreise in der erwähnten Lohnspanne zwischen Dorf und Stadt (oder besser zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Arbeit, was nicht identisch mit dem Unterschied zwischen Dorf und Stadt ist), eine der Hauptursachen für die Abwanderung jüdischer Arbeitsr aus dem Dorf in die Stadt sehen, eine Erscheinung, die im letzten Jahre beängstigende; Formen angenommen hat. Hier wäre zu untersuchen, inwieweit diese Lohnspanne wirklich besteht und ob sie nicht in Wirklichkeit nur für ein Gewerbe, die Bauarbeat, akut ist (und z. B. nicht für große Teile der Fabrikarbeiter), ob der Reallohnunterschied der nominalen Differenz entspricht; ferner, ob nicht andere Faktoren, z. B. die künstliche Finwanderungsspieirre seitens der Regierung, die eijgentliche Ursache dieser Erscheinung (bedertklicher Arbeiter«« mangel auch in der Stadt) und ob nicht die Lojhnspanne nur eine Folge dieser Tatsache und für die ganze Frage nur von sekundärer Bedeultung ist; von dem Ergebnis dieser Analyse hinge dann die anzustrebende Therapie ab. Das dritte Problem, mit dem wir uns hier befassen wollen, ist das der Lohnhöhe im Lande überhaupt. Dieses Problem, dem im gegenwärtigen Moment einer starken Industrialisierung des Landes eine besondere Bedeutung! zukommt, lautet kurzgefaßt: ermöglicht die Lohnhöhe im Lande eine gewinn-; bringende Investition von Kapitalien zur Erweiterung der ökonomischen Basis des Jiscjhuws? Hier und dort, in schriftlichen und mündliehen .Diskussionen, wird der Standpunkt vertreten, daß das Lohnniveau in Palästina viel zu hoch sei, um Investierungen auf die Dauer zu rechtfertigen und daß die „Histadrutih" im wesentlichen an der Erhaltung oder der Erhöhung der Löhne interessiert sei und „allgemeine" Interessen vernachlässige. Wenigstens eines dieser Argumente, das der Höhe des Lohnniveaus im Lande, ist einer analytischen Untersuchung durchaus zugänglich; ein Vergleich des nominalen und des realen Lohnes im In- und Auslände wird uns die Materialien hierfür liefern. Wir haben bereits vor mehr als fünf Jahren (Januar 1929, Nr. 1) diesem Problem eine Untersuchung in diesen Blättern gewidmet und wollen um der Aktualität und Wichtigkeit dieser Frage willen diese Untersuchung auf erweiterter Basis und auf Grund neuen Materials nach einiem so langen Zeitraum noch einmal unternehmen. Die Untersuchungen des „Internationalen Arbeitsamtes" in Genf, das zuverlässigste überhaupt erhältliche Material, dienen uns als Ausgangspunkt. Der Arbeitslohn in Palästina im Vergleich zum Ausland. Auch heute wie früher liegt keine Möglichkeit vor, einen Reallohnindex für Palästina zu konstruieren, der einen Vergleich der tatsächlichen Bedeutung; des Lohnes für den Arbeiter, d. h. die Kaufkraft des Lohnes im Vergleich zum ausländischen Reallohne, zu machen erlaubt. Wir sind aber auch zunächst zu einem Vergleich der nominalen Löhne interessiert, deren Anteil an den Gesamtkosten des Produktes zwischen 2QO/o bis 35o/o, vereinzelt auch höher, schwankt. Da die übrigen Kostenbestiandteile gerade in Palästina, dem Import-