Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 11 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XVII. Jahrg. November 1934 Nr. 11 Die jüdische Wirtschaft und ihre Entwicklungstendenzen. Von Dr. G. CyderoWitscb, Tel-Aviv. I. Das Gesamtbild. Die Wirtsehaftsbilanz des abgelaufenen jüdischen Jahres 5694 (1. Oktober 1933 bis 30. September 1934) schließt mit einem eindeutigen Gewinn ab. In der Entfaltung der Wirtschaftsaktivität ist ein auffallender Schritt vorwärts getan worden. Immer mehr nähert sich die Wirtschaft einer höheren Entwicklungsstufe, überwindet ihre Rückständigkeit und ist bestrebt, im Eiltempo das nachzuholen, was in einer unermeßlich langen Zeit vorher versäumt worden ist. Im ganzen betrachtet, bedeutet das letzte Jahr einen entscheidenden Wendepunkt in der Wü*tschaftsorientierung des La,ndes. Der ökonomische Auf/stieg hat den Wirtschaftskörper nicht nur ausgedehnt, sondern, was ebenso wichtig ist, ihn vervielfältigt und vielseitiger gestaltet. Die Produktioinsgrundlagen haben sich in ihrem Grunddiarakter stetig in Richtung einer ergiebigeren Arbeitsteilung verschoben. Die darafus resultierende Verändetrung der Kräfte-: konstellation in der Wirtschaftsentwicklung hat die Einseitigkeit im Sozialprodukt abgeschwächt und so eine breitere Basis für den gesamten Wirtschaftsaufschwung geschaffen. In diesem bedeutungsvollen Umgestaltungsprozeß steht Palästina gegenwärtig vereinzelt da in der kapitalistischen Weltwirtschaft. Dort eine unaufhaltsame Schrumpfung der industriellen Produktionstätigkeit, hier ein in schnellem Gang befindlicher Aufbau einer jungen, technisch sich fortwährend vervollkommnenden und spezialisierenden Industrie. Dort in Auswirkung des katastrophalen Rückganges der gesamten Wirtschaftstätigkeit eine Lahmlegung der Bautätigkeit, hier in Verbindung mit der fortschreitenden Produktivierung des Wirtschaftslebens eine stürmische Baubewegung, die sich in den nachstehenden Ziffern kraß widerspiegelt: Nach den Zählungen der Statistischen Abteilung der Histadrutb waren im August 1933 im Bau 3264 Arbeiter in Tel-Aviv und 1204 in Haifa tätig, im August 1934 a,ber 5648 Arbeiter in Tel-Aviv und 2500 in Haifa. Unter Zugrundelegung der Angaben der Iriath (Stadtverwaltung) Tel-Aviv hat sich die gesamte Bauflächie in den ersten sieben Monaten 1934 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um nicht weniger als rund die Hälfte gehoben. In der gesamten