Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Die Vorschriften der Kapitalisteneinwanderung [Nachricht]
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 432 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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talist" sein Guthaben wirklich besitzt oder es sich nur ausgeliefen habe. In einem Fall wurde ein Einwanderer wegen „Fälschung" zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt und zur Ausweisung vorgeschlagen. Die Einwanderung aus Deutschland. In Nr. 8/9, S. 365 brachten wir einen Auszug aus dem Bericht des Büros für Ansiedlung deutscher Juden. Weitere Angaben bringt das „Mitteilungsblatt der Hitaehduth Olei Germania" (August); Nach der Berechnung der statistischen Abteilung der Jewish Agency sind eingewandert von Deutschland nach Palästina 1933 6.803 Juden vom 1. Jänne^ bis 1. Juli 1934 3.572 „ insgesamt 10.375 Juden dazu kommen noch Touristen, die nachträglich die Aufenthaltserlaubnis erhielten, so daß für diesen Zeitraum mit ca. 15.000 Einwanderern aus Deutschland zu rechnen ist. Im Jahre 1933 gehörten 55 o/o der von der Kapitalistenklasse eingewanderten Juden der deutschen Immigration an. Der Kapitalimport der Einwanderer während dieser Zeit wird auf 61/2 bis S1/^ Millionen Pfund geschätzt. Von jüdischen Aerzten dürften aus Deutschland 375 eingewandert sein, wovon ca. 300 ihren Beruf ausüben. 50 bis 60 Aerzte siedelten sich an. In Tel-Aviv stammen 50 o/o der dort befindlichen Aerzte aus Deutschland. Deutsche Rechtsanwälte sind ca. 250 eingewandert, davon haben 20 das Examen gemacht, weitere 75 sich dazu gemeldet, ca. 50 sind zur Landwirtschaft, der Rest zu anderen Berufen übergegangen. Jüdische Kinder aus Deutschland. Bisher sind 277 Jugendliche im Alter von 15—17 Jahren von Deutschland nach Palästina gekommen und in Kolonien und Schulen untergebracht worden. Yemehiteneinwanderung. Mitte September sind 386 Einwanderer aus Yemen in Haifa eingetroffen. Einwanderung und Landwirtschaft Die Histadruth hat durch sechs Wochen eine Zählung unternommen, nach der 60 o/o der in dieser Zeit auf Zertifikate ins Land gekommenen Einwanderer aufs Land gegangen sind». Zertifikate an die Agudas Jisroel. Diese erhielt neuerlich 25 Zertifikate für Hörer der Jeschiwah des Oberrabbiners Duschinsky. Die arabischen Küstenwachen. Der Oberkommissär erließ nach einem Zusammenstoß von Juden mit arabischen Pfadfindfern (von denen einer verletzt wurde) die bei Nathania aufgestellt waren, um die „illegale" jüdische Einwanderung zu verhindern, ein Manifest, in dem er erklärte, daß die Regierung alle Maßnahmen gegen diese Immigration ergreifen werde, er die Stellung von Privatwachen als illegal ansehe und gegen sie vorgehen werde und die Presse verwarnt, sich zu aufhetzenden Nachrichten verleiten zu lassen. Tatsächlich wurde das Blatt des Mufti wegen Aufhetzung verboten. (Auch die jüdischen Jugendlichen hatten sich schon organisiert, um die illegale arabische Einwanr derung aus Syrien und Transjordanien zu verhindern.) Im Gegensatz zu diesem Manifest steht die Tatsache, daß die Polizei für den Wachdienst der Küste junge Araber als Hilfspolizisten eingestellt hat In Nathania unterstützen Aeroplane mit Scheinwerf ern die KüstenwachenC Die Regierung hat für die Ueberwachung eine spezielle Polizeitruppe eingestellt, ebenso Teile der Grenzmacht, die längs der Grenzen patroullieren werden, ferner ein Seedienst eingerichtet».