Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Die Frage der jüdischen Arbeit in den Pflanzungskolonien [Nachricht]
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 375 (sequence 2)
- Language
- German
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an dem wirtschaftliehen Wert der Kolonie Neß Zionah zweifeln. Sie hat eine Fläche von 6000 Dunam., die Wirtschaft ist gut fundiert. Diese Kolonie zeichnete sich stets durch ihre Abwehr der ^„großen Gefahr" restloser jüdischer Arbeit aus und erreichte es, daß in ihren Pardessim nur einige Zehner jüdischer Arbeiter tätig sind. Und welche nationale Bedeutung hat diese Kolonie? Die1 Zahl ihrer jüdischen Einwohner ist 2000 Familien, gegen 600 jüdische Seelen; also. Die Zahl der jüdischen Gebäude ist bloß 100. Der Jude ist; dort nicht nur von der Landwirtschaft, sondern auch vom Handel und Handwerk ausgeschaltet. In diesen Zweigen sind die Araber eingedrungen. Es werden dort 600" Araber beschäftigt und in der Zeit der Orian,gen!ernte noch mehr. Außer ihnen, leben dort arabische Kaufleute und Handwerker. Die Zahl der Araber, die Neß Zionah ernährt, ist also mehr als dreimal so groß als die der Juden. Und wie ärmlich, wie rücksdhrittlich ist das öffentliche Leben in Neß Zionah! Seit ihrem Bestände gelang es keine ansehnliche öffentliche Institution zu schaffen, jüdiV sches, palästinensisches Leben zu entfalten. Welche Entwicklung hat aber Kfar Saba genommen, das bis vor kurzem die schwere Sünde restloser jüdischer Arbeit begangen hat! Die Pflanzungsfläche ist hier geringer als in Neß Zionah, bloß 4000 Dunam (ohne die Um-* gebung) und bloß die Hälfte dieser Fläche ist bereits fruchttragend. In ihr? (ohne die Umgebung) leben bei 2400 jüdische Seelen, das vierfache als in Neß Zionah. Die Zahl der Häuser ist 500. Das Handwerk und der Handel sind vollkommen jüdisch, dort gibt es auch verschiedene öffentliche Institutionen. In anderen Blättern wird auf die Pica-Kolonien hingewiesen, in denen die jüdische Arbeit vorherrscht, sowohl in den alten Siedlungen, als auch in den neuen (Benjamina). Ein Schulbeispiel für die alten ist Sichron Jakob, das von den neuen jüdischen Siedlern gemieden wird und ein Bild dier Depressionzeigt. In Benjamina hat die PiCä 80.000 Pfund investiert;, 6000 Dunam hat sie auf Abzahlung verkauft, 2000 verpachtet. In dieser Kolonie mit 2100 Dunam Zitrus finden sich nur einige Dutzend jüdische Arbeiter;, der Rest sind Araber. Inzwischen hat sich eine Gruppe „nationaler" Farmer gebildet, die mit der Arbeiterorganisation ein Abkommen getroffen haben, wonach diese ein Drittel» der ankommenden Chaluzim zur Arbeit in die Pflanzungen bringt, die in den ersten 10 Tagen den vollen Lohn eines ausgebildeten Arbeiters erhalten. Ferner* werden die Farmer während der Zitrussaison die Bauarbeiten in den Kolonien; zurückstellen. Die Histadruth hat auch 25 von ihren in der Landwirtschaft erfahrensten Mitglieder als Instruktoren der neu in die Arbeit kommenden Chaluzim in die Kolonien gesendet. (Ueber diese Fragen handelt ausführlich die Rundschau) „Arbeiterbewegung" in dieser Nummer.) Arbeitslöhne der Araber in jüdischen Kolonien. In letzter Zeit sind angesichts des Mangels an Arbeitern in den Kolonien Bewegungen der arabischen Arbeiter im Gange, um Erhöhung der Löhne um 10—20 Mil zu erreichen. Bisher erhielten sie 100—120 Mil. In Neß Zionah verlangten sie 170—180 Mil und propagierten einen Streik. Sie erreichten 150 Mil. Unter den arabischen Arbeitern befinden sich auch solche aus den Nachbarländern. Aufsicht über Baumschulen. Die Regierung plant die Baumschulen und deren Verkauf unter Aufsicht und Konzession zu stellen, um Krankheiten zu bekämpfen, auf gute Sortenwahl zu achten usw.