Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- 1200 neue Zertifikate [Nachricht]
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WANDERUNG. 359 1200 neue Zertifikate. Die Proteste und Vorstellungen der Jewish Agency5 wegen der zu geringen Zuteilung von Zertifikaten, trotz Arbeitermangels, hat einen gewissen Erfolg erzielt, indem die Regierung 1200 Zusatzzertifikate« davon 660 für landwirtschaftliche Arbeiter, 465 für Erwerbsarbeiter und 75 als Reserve ausgegeben hat. Die Hälfte aller Zertifikate soll Einwanderern au# Deutschland gegeben werden. Handwerkerzertifikate, Die Manjdatsregierung hat lange Zeit keine sogenannten Handwerkerzertifikate ausgegeben. (Kapitalerfordernis. 250 Pfund.) In der letzten Zeit hat sie der Paßstelle Berlin 2QQ solche Zertifikate zur Verfügung gestellt für Tischler, Betonarbeiter, Elektrotechniker; Maler, Dekorateure, Polsterer, Rohrleger und Glaser. Eine vierjährige Praxis ist erforderlich. Weitere 200 Zertifikate sind für Polen und 100 für aus Deutschland ausgewanderte Juden bestimmt. Auf eine Anfrage im Unterhaus wurde, wie selbstverständlich, vom Kolonialsekretär mitgeteilt, daß diese Zertifikate nichc unter da,s Schedule für Arbeiter fallen. Sonder Zertifikate. Das Warschauer Konsulat hat 64 Sichtvermerke an Mädchen erteilt, die mit Einwanderern verlobt sind. — Ferner hat die Regierung nach langjährigen Verhandlungen Zertifikate für 50 verdiente Zionistenführer, die über das vorschriftsmäßige Alter hinaus sind, bewilligt. Zertifikate für Familienangehörige. Tausende von Gesuchen für Einwanderung von Familienangehörigen palästinensischer Juden lagen seit langer Zeit unerledigt beim Einwanderungsamt. Wie verlautet, werden jetzt diese Ansuchen im rascher Folge geprüft und erledigt. (Gerüchtweise handelt es sich' um nicht weniger als 6000 Gesuche') Jahr 1933. Im Commercial Bulletin vom Mai 1934 veröffentlicht die Administration eine Berechnung der Einwanderung, indem sie zu den Immigranten den Ueberschuß der Ein- und Ausreisenden zählt. Diese Berechnung ist aber nicht exakt, da ja nicht feststeht, wieviel Touristen, die noch 1933 gekommen sind, nach dem 1. Januar 1934 zurückgefahren sind. Die Schätzung ergibt eine Zahl von 33.656 Juden bei 27.826 „legalen" Einwanderern, daher würden die „illegalen" 10.794 betragen haben, eine Zahl, die mit dem bisherigen Schätzungen ungefähr übereinstimmt. Bei Christen ist ein Ueberschuß zwischen Ein- und Ausreisenden von 2171, bei den Moslems ein solcher von 1064 berechnet. Von den legal einwandernden Juden kamen aus: Polen 13.125, Deutschland 5392, Rumänien 1411, Südarabien 1287, Griechenland 1256, USA 1169, der Rest verteilt sich auf zahlreiche Länder. Aus Rußland kamen 378, aus der Tschechoslowakei 356, aus 0. ^erreich 320, aus Jugoslavien 163. Nech dem Geschlechte waren Männer und Frauen fast im gleichen Verhältnis gekommen. (53 und 47 o/o). Nach dem Alter waren 23 o/o unter 18 Jahren, 58 o/o von 18 bis 35 Jahren?, zusammen 81 o/o. Ueber 45 Jahre alt waren nur ca. 10o/o der jüdischen Einwanderer. Der Kapitalistenklasse gehörten 3250 Juden an. Zertifikate für die Agudali. Die Exekutive der Jewish Agency stellte für das nächste Halbjahr der Agudath Israel 350 Zertifikate zur Verfügung.