Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Verurteilung Achi Meirs [Nachricht]
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 356 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379922--18009-2401799- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gruppe, wurden einige Angeklagte, darunter Aehi Meir, zu mehrmonatiiehein Gefängnis (teilweise mit Zwangsarbeit) verurteilt. Achi Meir selbst erhielt 21 Monate Gefängnis und Zwangsarbeit. Die Anführer 'der Herbstdemonstrationen — straflos! Das Berufungsgericht hat die über die 15 Führer arabischer Nationalisten wegen Beteiligung a;n den Unruhen in Jaffa im November 1933 verhängten Strafen abgeändert. Das Gericht beschloß, den Verurteilten eine Bewährungsfrist zuzubilligen, falls sie eine schriftliche Wohlverh'altungsverpflichtung abgeben. Eine Straffestsetzung behielt sich das Gericht nur für den Fall vor, daß solche Erklärungen nicht abgegeben werden. Es haben nunmehr von fünfzehn vierzehn Verurteilte Erklärungen unterfertigt. Sie gehen damit straflos ans. Nur Scheich Abdul Kader Muzeffar hat die Unterzeichnung verweigert. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die jüdische Presse weist darauf hin, wie verschieden von den Gerichten die politischen Vergehen von Juden und Arabern beurteilt werden. Die arabische Presse verlangt, daß die 14 Führer, die eine Erklärung abgegeben haben, diese zurückziehen und in den Kerker gehen sollen. Zum Zeichen des Protestes gegen ihre Loyalitätserklärung hat der bekannte Redakteur von „Falestin", Issa el Issa, demissioniert, Aktion indischer Mohammedaner. Diese haben dem Vizekönig einen Protest gegen die Politik des Jüdischen NatiojQalfa!eims übergeben, die dieser der Regierung vorlegen will. Eine Deputation aus ihrer Mitte will Palästina, Aegypten und die europäischen Hauptstädte bereisen und gegen den Zionismus agitieren* Emir Abdullah. Am 9. Juni traf der Emir in London ein. Ende Juli f kehrte er wieder zurück und empfahl den palästinensischen Arabern eine Kooperation mit England. (Siehe hierüber auch unter 3jTransoordajnien".) Status quo an der Klagemauer. Durch Oeffnung der Tür zur Omarmoschee war der Platz vor der Klagemauer zum Durchgang geworden, worüber die Juden bisher vergeblich protestierten. Der Distriktskommissär von Jerusalem ordnete kürzlich ihre Schließung an, weil durch1 deren Oeffnung der Status quo verletzt worden war. Sarona — antijüdisch. Die deutsche Kolonie Sarona, angrenzend an Tel- Aviv, will keine Wohnungen an Juden mehr vermieten, obzwar ein Teil der errichteten Häuser für Zwecke der Vermietung gebaut sind. Sarona lebt zum größten Teil vom Verkauf von Milch und Gemüse nach Tel-Aviv. Es ist wahrscheinlich, daß die Juden dieser Stadt die Haltung der Kolonie mit Boykott erwidern werden. Verschiedene Nachrichten. Bei einem Zusammenstoß bei Kirjath Anawim bei Jerusalem, Ende Mai, wurden sieben Juden verletzt, vier Araber wurden verhaftet. Wegen Beteiligung an den Maidemonstrationen in Tel-Aviv wurden vier jüdische Jugendliche zu einigen Monaten Gefängnis, einer zur Prügelstrafe verurteilt. In hechowoth wurde ein von Revisionisten gebautes Haus in einer Nacht niedergerissen. Die Arbeiterzeitung „Dawar" verurteilte diese Tat aufs schärfste»