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Palästina · 1934-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1934) · p. Seite 285

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1934)
Article
Zertifikate April - Oktober [Nachricht]
Date
1934-06-01
Page
Seite 285 (sequence 2)
Language
German
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diese anfangs untersagt. Die Exekutive der Jewish Agency hat eine Protesterklärung erlassen, in der gesagt wird, daß trotz der sprunghaften Entwicklung der Wirtschaft Palästinas seit drei Halbjahren die Zertifikatzuteilung die gleiche geblieben ist. Durch die Nichtbefriedagung des Bedarfes an Arbeitern wird die jüdische Wirtschaft Palästinas aufs sehwersste geschädigt. Eine Protestversammlung, die am 11. Mai vom Stadtrat von Tel-Aviv einberufen worden war, wurde behördlich aufgelöst. Ueber den jüdischen Generalstreik am 23. Mai berichteten wir oben unter „Jewish Agency". An diesem Tage wurden überall Versammlungen abgehalten. Unkontrollierbare Gerüchte behaupten, daß die Regierung eine Amnestie für die sogenannten „illegal" eingewanderten Touristen erlassen wird, und aus diesem Grunde so wenig Zertifikate ausgegeben hätte. Natürlich wäre auch dieser Grund kein stichhältiger, denn durch den formalen Akt der Amnestie träte am gegenwärtigen Arbeitsmarkt keine Aenderung ein. Die Verteilung der Zertifikate. Das Immigrations-Department der Palästina- Exekutive gibt folgenden Verteilungsschlüssel für die von der Regierung be-« willigten Zertifikate, rund 5000, bekannt: Die Hälfte wird an Ghaluzim unter der Bedingung ausgegeben, daß sie sich der Landarbeit zuwenden, 300 Zertifikate sind für orientalische Juden bestimmt, die sich derselben Bedingung unterwerfen, und 200 für Industriefachleute. Der Rest wird an gelernte Arbeiter und Handwerker, vor allem in Polen, ausgegeben; hiebei sollen zunächst solche Personen berücksichtigt werden, die Verwandte in Palästina haben. Die Immigrationsabteilung teilt in diesem Zusanunenhang mit, daß 8000 Gesuche um Zuteilung von Zertifikaten an Verwandte;in Palästina ansässiger Personen vorliegen; 7000 dieser Gesuche stammen aus Polen; es könne somit mit Rücksicht auf die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Zertifikate nur ein Bruchteil derjenigen, die sich um Einwanderung beworben haben, berücksichtigt werden. Besonders schwierig ist die Lage betreffend die Ansuchen von Frauen. Während nicht weniger als 5000 palästinensischer Einwohner um die Zulassung weiblicher Verwandter zur Einwanderung gebeten haben, stehen der Jewish Agency nur 185 Zertifikate für Frauen zur Verfügung; 100 von diesen Zertifikaten sind für Frauen aus Deutschland reserviert. 6 Monate. Hierüber gibt die Exekutive der Jewish Agency folgende Daten; Eingewandert September 1933 bis Feber 1934: 19.021 Personen (Vorjahr 7639), davon waren 410 Touristen, die die Niederlassungserlaubnis erhielten. Die Einwanderer kamen aus folgenden Ländern: Polen 7954 Deutschland 4697 Rumänien 848 Griechenland 785 Jemen 684 Litauen 564 Vereinigte Staaten 455 Rußland 306 Lettland 295 Oesterreich 232 Tschechoslowakei 185 Verschiedene Länder 2008 Insgesamt 19.021

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