Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Jüdische Deputierten-Versammlung [Nachricht]
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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gab in einer zweistündigen Rede einen Ueberblick über die politische Situation. Seine Ausführungen machten sehr tiefen Bindruck auf die Versammlung. Er übte schonungslose Kritik an der Politik der Mandatarmacht und der Palästina-Regierung in der Frage der Einwanderung, der Beschäftigung von Juden an Regierungsuntemehmungen, sowie der allgemeinen Behandlung jüdischer Behandlung seitens der Regierungsstellen. Er wiederholte die Argumente, die in dem letzten Statement der Exekutive der Jewish Agency zur Frage der Einwanderung niedergelegt sind, und wies auf die besondere Gefahr hin, diel sich aus der Einwanderungseinschränkung seitens der Regierung für den Jischuw und die Zukunft des Jüdischen Nationalheims ergibt. Shertok klagte die Regierung an, daß sie die in dem Brief des britischen Premierministers Mac Donald an den früheren Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Wedzmann, niedergelegten Grundsätze eklatant verletzt, und forderte den Jischuw auf, als Maßnahme des Selbstschutzes eine kämpferische Haltung einzunehmen. Shertok übte vernichtende Kritik an der Verteilung der Fonds der Palästina-Anleihe und bezeichnete die Anleihe selbst als ein großes Unrecht gegen, die Juden Palästinas, die die Hauptlast der Amortisation werden tragen müssen, wo doch die ganze Anleihe schon darum überflüssig ist, weil die Regierung über Ueberschüsse von 21/2 Millionen Pfund verfügt. Berl Katznelson berichtete in Ausdrücken tiefster Empörung, daß gerade drei jüdische Streikposten in Kfar Saba, die vor jüdischen Plantagen standen, in denen Araber beschäftigt werden, zu je sechs Monatjem Gefängnis verurteilt wurden. Einer der Verurteilten ist Mitglied der Assefah. Auf Antrag Katznelsons beschloß die Assefah, eine Abordnung an den High Commissioner zu entsenden, um ihm die Protestgefühle der Assef ath auszudrücken. In tiefer Trauer hörte die Assefah den Bericht von Almaliiah über die Zerstörung von Tiberias an. Er forderte die Assefah auf,, einen Aufruf an dha Judenheit der ganzen Welt um Hilfe für das jüdische Tjiberias zu richten. In der Schlußsitzung wurde ein Proteststreik gegen die Drosselung der Einwanderung beschlossen (siehe „Politik") und ferner durch eine Delegation^ der u. a. Ben Zwi, Rubaschow, Dr. Mossinsohn und Rabbi Usiel angehörten, dem High Commissioner einen Protest zu überreichen. AUSSENHANDEL. Das Jahr 1933. Die bisher vorliegenden Ziffern zeigen, daß von der Gesamteinfuhr von 11,27 Millionen Pfund für Personaleffekten und Münzen 0,68 Mjill. Pfund abgehen, um den reinen Warenimport 10,59 Mill. Pfund zu berechnen. Von diesem sind abzurechnen Regierungsimporte 0,8 pal. Pfund, Einfuhr der Irak Petrol Co. 0,7 Mill. pal. Pfund, so daß der reine Warenimport 9,2 Mjill. Pfund (Vorjahr 6,35) beträgt, also fast 50o/0 mehr als 1932. Dieser Import verteilt sich wie folgt auf: 1933 1932 Mill. pal Pfund Lebensmittel, Getränke, Tabak 2,43 1,78 Rohstoffe 0,84 0,56 Fertigwaren 5,74 3,91 Verschiedenes 0,18 0,10_ 9,19 6,35