Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Jüdischer Proteststreik [Nachricht]
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 277 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379921--17699-2401277- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nachrichten und Daten Abgeschlossen am 1. Juni 1934 POLITIK. Jüdischer Proteststreik. Nach Beschluß des Waad Leumi wurde am 23. Mai ein siebenstündiger Streik als Protest gegen die ungenügende Zuteilung von Zertifikaten durch die Regierung (siehe darüber unter Rubrik „Wanderung") durchgeführt. Das Geschäftsleben und der Verkehr ruhten in allen jüdischen Teilen des Landes. Gegen den Streik hatten sicjh Dizengoff und Smilansky ausgesprochen. Die Agudajh Israel erließ einen Aufruf gegen den Streik. Es wurden zahlreiqhe Massenversammlungen abgehalten. Bei einem Versuch der Polizei in Tel-Aviv, die demonstrierende Menge zu zerstreuen, wurden 52 Personen verletzt, darunter sechs Polizisten (darunter schwer Inspektor: Goffer). 25 Mitglieder der Histadruth und 10 Revisionisten. In Jerusalem wurde bei den Demonstrationen ein Jugendlicher verhaftet, ein anderer verletzt. (Siehe auch Rundschau „Wanderung".) Streikposten verboten. Anläßlich der Vorfälle in Kfar Saba (siehe Nr. 4/5, S. 207) hat die Regierung das Streikpostenstejien gegen Beschäftigung arabischer Arbeiter verboten. Drei jüdische Arbeiter wurden wegen Streikpostenstehens zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Resuch Sir Herbert Samuel's. Der erste Oberkommissär von Palästina ist Ende Mai mit Gemahlin dort eingetroffen. Ob sein Besuch nur privaten Charakter hat — der Sohn Samuel ist bekanntlich hoher Regierungsbeamter im Lande — läßt sich nicht feststellen. In Tel-Aviv und Nathania fanden für die Gäste festliche Empfänge statt. In Tel-Aviv wird ein neuer Platz nach Sir Herbert genannt werden. In Jerusalem beteiligte sich Sir Herbert an einem Empfang der Freunde der Hebräischen Universität. Am 31. Mai besuchte er Emir Abdullah in Amman. Urteilsspruch im Arlosoroff-Mordprozeß. Am 8. Juni wurde das Urteil verkündet. Abraham Stavsky wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt, Zwi Rosenblatt freigesprochen. Transjordanien. Ende April besuchte der politische Referent der Jewish Agency, Schertock, den Emir Abdulah in Amman, der erklärte, er habe, entgegen allen Pressemeldungen niemals die Königswürde in Palästina anjgestrebt. — Die Ita berichtet, daß der Emir anläßlich seiner Reise nach London die Frage der jüdischen Siedlung in Transjordanien zur Sprache bringen werde. Die Regierung hat für die notleidenden Fellachen einen Hilfsfonds von 15.000 Pfund gebildet. Für 3000 Pfund wird Vieh gekauft, der Rest ist für öffentliche Arbeiten bestimmt, bei denen die Beschäftigten bloß 100 Mil per Tag erhalten werden. Syrien. Die „Palästina-Korrespondenz" teilt über die Verhandlungen wegen der Anbote arabischer Bodenbesitzer in Gebieten nördlich von Palästina mit, daß im Januar eine Verordnung des syrischen Oberkommissärs erschienen is\ wonach Bodenkäufe in den Grenzgebieten nur gegen spezielle Erlaubnis der Regierung durchgeführt werden können. (Damit erledigt sich auch die Nach-