Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Galil Ansiedlungsgenossenschaft [Nachricht]
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 200 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Zwi Liebermann eine Gruppe von Arbeitern und Kolonistensöhnen, die in Form von Moschwe Owdim siedeln wollen, unter dem Namen „Galil" gegründet, die auch nichtgaliläischen Elementen' offen steht. Es ist dies die erste SiedlungsOrganisation, die Niederlassung auf Pica-Boden anstrebt. (Die Pica hat bisher stets an Einzelsiedleir Boden verkauft. — Die Red.) In Galiläa hat die Pica genügend freien Bodenj, der bisher nur primitiv bearbeitet wurde. Die Organisation zählt 60 Mitglieder und hofft, diese Zahl auf 100 zu steigern. Extensive oder intensive Hof Wirtschaft? M. Schulmann (Javniel) stellt im „Boust'nai" vom 7. 2.1934 diese Frage zur Diskussion. Er führt aus, daß es über dieses Problem vor 30 bis 40 Jahren,, als die Getreidekolonien im allgemeinen und jene in Untergaliläa im besonderen gegründet wurden, keine Meinungsverschiedenheiten gab. Jeder Bauer erhielt 300 Dunam für Getreidebau, außerdem aber gab es in jedem Dorf einige Tausend Dunam Gebirgsboden für die Weide von Rindern und Kleinvieh. Jahre der Dürre (wie die letzten Jahre in Palästina) gab es nicht und dementsprechend auch keine wesentlichen Futtersorgen. Das Vieh fraß einen Teil des Jahres auf der Weide, während der restlichen Monate verfütterte der jüdische Bauer Häcksel mit oder ohne Kornbeimischung, beim Araber gab es überhaupt keine Stallfütterung. Die einzige Auslage des Arabers auf Konto Viehzucht war der Hirte, seine Einnahmen für Milch und Jungvieh waren also Reineinnahmen. Obwohl die Einnahmen der Bauern von dem Marktpreise für Milch und Vieh abhängig waren, brachten sie — auch für die jüdischen Bauern — sicheren Gewinn, Der Dünger, dessen Bedeutung für das Budget noch nicht erkannt war, wurde für die eigene Wirtschaft verwendet und die Bodenerträge durch ihn verbessert.;» Die Wirtschaft der auf beschränktem Boden neu gegründeten Kwuzoth im Emek und in Galil stand in Gegensatz zu der eben geschilderten Wirtschaftsform. Es wurden teure Rassekühe in kostspielig moderne Stallungen eingestellt, mangels Weidelandes, es wurde die ebenfalls kostspielige konzentrierte Stallfütterung eingeführt und ein weniger bäuerlicher als kommerzieller Betrieb geschaffen, der wesentlich von den Marktpreisen abhängig und großen Risken (Krankheiten und Todesfällen der kostbaren Rassetiere) ausgesetzt ist. Seit einigen Jahren hat dieses Beispiel auch in den zuerst geschilderten Bauernwirtschaften Schule gemacht: Hier wurden zahlreiche arabische Kühe durch wenige Rassekühe ersetzt. Wir verfügen bereits über genügend Erfahrungen, um die Frage prüfen zu können: Welche ist die geeignetste Wirtschaftsform für landwirtschaftliche Siedlungen im allgemeinen und im besonderen für solche die noch über Weideland verfügen? In den letzten vier Jahren der Dürre ist diese Frage freilich zu Ungunsten der extensiven Viehwirtschaft entschieden worden. Die, Bauern mußten wegen Futtermangels einen Teil ihres Viehs verkaufen. Doch dürfen wir diese Erfahrung nicht verallgemeinern. Und eines ist von wesentlicher Bedeutung für die Zukunft: Der organische Dünger. Schon in den letzten Jahren haben die Siedlungen in Judäa und in Scharon zehntausenide Pfund für Dünger ausgegeben; auch aus Syrien mußte solcher importiert werden. Verschiedene Faktoren lassen aber einen zukünftigen Mehrbedarf an Dünger mit Sicherheit voraussehen, so die Tatsache, daß in den Dörfern und um die Dörfer neue Zitrusplantagen in großem Ausmaße angelegt werden. Der Dünger wird bald einen