Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Weinindustrie in Palästina
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 181 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ernte in Kantar 181 davon aus: Jahr 1906 1932 insgesamt 29.790 14.700 Rischon 9.850 3.805 Rechoboth Petaeh Tikwah Sichron 7.020 4.275 3.230 2.090 — 7.500 Rundschau JEWISH AGENCY. Von Spectator. Die Ereignisse des Jahres 1933 haben für eine zentrale jüdische Stelle, die sich als die autorisierte Instanz des Eingreifens bei jeder Manifestation der Judenfrage betrachtet, Aufgaben von einem früher nie dagewesenen Umfang gebracht. Zugleich ist das Jüdische Nationalheim in Palästina unter dem Zustrom jüdischer Menschen und Kapitals schneller gewachsen als jemals zuvor. In einer Zeit der Weltwirtschaftskrise erleben wir in Palästina alle Anzeichen einer wirtschaftlichen Hochkonjunktur. Das wirtschaftliche Leben geht seine eigenen Wege, die neu zugewanderten Menschen ringen in erster Reihe um eine neue Existenz, die allgemeine Lage führt Menschen ohne Rücksicht auf ihre Gesinnung ins Land, und es entsteht recht fühlbar die Frage, wie eine Organisation, die sich bisher als die eigentliche Trägerin des Aufbaus des Nationalheims betrachtete, in ihrer Struktur .aber eine Gesinnungsorganisation ist, in dieser ungestümen Entwicklung die Zügel in der Hand behalten soll. Das lebendige Palästina ist der Ort, wo auch die Kämpfe der einzelnen Gruppen, die im Rahmen der Zionistischen Organisation vorwiegend die Form der parlamentarischen Diskussionen hatten, als reale Machtkämpfe in Erscheinung treten. Gruppen, die innerhalb des Zionismus auf Grund von Ideologien entstanden waren, stehen einanderr in Palästina als getrennte Lager gegenüber und die Vermischung von Ideologie und Wirtschaft wirkt sich ungünstig im Sinne einer Verschärfung der Gegensätze aus. Die Jewish Agency als solche, gemäß Palästina Mandat als Vertreterin jüdischer Interessen der Regierung gegenüber anerkannt, hat alle Schuldigkeit, die Verantwortung für die Vorgänge im jüdischen Leben zu tragen. Es liegt auf der Hand, daß nur der geschlossene Wille der jüdischen Gemeinschaft und insbesondere des palästinensischen Judentums, die Jewish Agency als legitime, die jüdischen Interessen nach außen und innen v e r t r e t e ,n d e Autorität aufrechtzuerhalten, dieser die Macht geben könnte, ihr Amt wirklich auszuüben. Zweifellos wäre, besonders in der komplizierten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lage des heutigen Palästina, eine solche Funktions-Fähigkeit der Jewish Agency ein vitales Erfordernis einen jüdischen Erneuerungsbewegung. Leider aber ist festzustellen, daß wir von einer derartigen Bejahung der Notwendigkeit einer jüdischen Führung weit entfernt sind. Das Fehlen einer Führerpersönlichkeit allein ist keine genügende Erklärung.