Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Einwanderung des Jahres 1933
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 158 (sequence 7)
- Language
- German
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Im Jahre 1933 sind also melhr als anderkalbmal soviele deutsche Juden nach Palästina gewandert als in den 13 vorhergehenden Jahren! Ihre Zahl im Lande dürfte heute, wenn man von den 10.000 sogenannten Illegalen 3000 auf das deutsche Kontingent setzt, etwa 10.000 oder 4 o/o des rund 250.000 Seelen starken palästinensischen Jisdhuw betragen, der wiederum 21.7o/o der Gesamtbevölkerung von zirka 1,115.000 Einwohnern darstellt. Zur Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft. Von Dr. Alfred Marcus, Haifa. In Nr. 7 bis 9 dieser Zeitschrift (Juli-September 1933) wurden ganz allgemein die metallwirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas von mir besprochen; ich habe dann in Nr. 2 bis 3 des Jahrganges 1934 (Februar-März-Heft) eine Darstellung gegeben, in der die Rolle der Nichteisenmetalle in der palästinensischen Wirtschaft näher untersucht wurde. Es mag jetzt eine ähnliche Untersuchung über die Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft folgen. Grundlegend für die Beurteilung des Standes der Eisenwirtschaft in einem jeden Land ist die Berechnung der „Eiseninvestition". Denn an ihr ist sowohl die Höhe des gerade erreichten Entwicklungsgrades einer solchen Eisenwirtschaft abzulesen als auch der vermutliche Entfall an Schrott innerhalb bestimmter künftiger Zeiträume. Ich habe nun über diese Verhältnisse bereits3 kurz an der oben zitierten Stelle (auf Seite 243-244 des Jahrganges 1933). gesprochen. Meine damalige Darstellung war aber mehr historischer Natur. Ich hatte für die Jahre 1926 bis 1928 eine Eiseninve^tition von mindestens 20.0001 pro anno angegeben, was einen Verbrauch von etwa 25 kg je Kopf der Bevölkerung entsprach. Projiziert man eine Betrachtungsweise dieser Art aber auf die Gegenwart, so erhält man bereits ein völlig anderes Bild. Ich will eine solche Berechnung einmal hier durchführen, damit die garnieht mehr so seltenen Interessenten für die Eisenwirtschaft Palästinas in ihren verschiedenen Zweigen hieraus ersehen können, wie die Dinge zur Zeit im Einzelnen liegen und welche Möglichkeiten sich hieraus ableiten lassen. Ich darf als bekannt voraussetzen, daß eine Gewinnung von Eisen und Stahl, mag sie erster oder zweiter Schmelzung sein, zurzeit im Lande nicht stattfindet, wenn man davon absieht, daß die vorhandenen Gießereien gelegentlich auch im Lande anfallende Schrott- und Gußbruchmaterialien mit verschmelzen. Aber die betreffenden Mengen fallen kaum ins Gewicht, auch die Gießereiindustrie ist auf die Einfuhr ihres Rohmaterials — des Gießereiroheisens — angewiesen. Eine Eisengewinnung erster Schmelzung kann im Lande wohl, worauf ich bereits hingewiesen habe, aus natürlichen Gründen für ausgeschlossen gelten. Palästina ist also zur Zeit bei der Deckung seines Eisen- und Stahlbedarfes noch fast restlos auf Einfuhr angewiesein, und da eine Ausfuhr von Erzeugnissen der eisen- und stahlverarbeitenden Industrie nur in sehr geringem Umfange stattfindet, kann man die Höhe der Eiseninvestition unter gewissen, aber nicht sehr ins Gewicht fallenden Vorbehalten der der Einfuhr gleichsetzen. In dieser Hinsicht ist im Laufe der letzten