Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Kongreß der Arbeitergewerkschaftsorganisation (Histadruth) [Nachricht]
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 119 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ARBEIT. ]Q9 Kongreß der Arbeitergewerkschaftsorganisation (Histädrutn). Ueber diesen Kongreß, der im Jänner stattfand, berichtet die JTA. wie folgt: Der anläßlich der „Barmizwah-Feier" der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas, die vor 13 Jahren gegründet wurde, abgehaltene „Hista druth-Monat" fand mit dem zweiten Histadruth-Kongreß seinen Abschluß. In der Schlußsitzung des Kongresses wurde eine Reihe von Resolutionen betreffend Einwanderung, Erziehung, Kulturarbeit und andere Gebiete der Histadruth-Arbeit angenommen. Unter anderem wurde beschlossen, daß von nun an der Exekutivrat der Organisation alle vier Monate zusammentreten soll, um sich jedesmal mit einem der Probleme, die auf dem Kongreß zur Sprache kamen, besonders zu beschäftigen. Die nächste Tagung des Rates soll der Frage der Organisierung der arabischen Arbeiter gewidmet sein. Besonders energischen Charakter trägt die vom Kongreß angenommene Resolution zur Immigrationsfrage. In dieser Resolution, die in sechs Abschnitte zerfällt, wird Protest dagegen erhoben, daß Beschränkungen der Einwanderung verfügt wurden, zu einer Zeit, da das zionistische Aufbauwerk' seinen hohen Wert und seine Kraft so gründlich bewiesen hat. Gegen die Deponierung von „Touristen" wurde ebenso wie gegen die Behinderung der Einwanderung von Angehörigen bereits ansässiger Arbeiter scharf Stellung genommen. An dem Kongreß nahmen 201 Delqgiernte aus allem Gegenden des Landes teil. In der Eröffnungssitzung hielt Salman Rubaschow eine Gedenkrede für Chaim Arlosoroff. Auch David Remez, der den Jahresbericht des Exekutivrates erstattete, gedachte des tragischen Todes Arlosor-offs. Im Anschluß daran wandte er sich gegen die Tätigkeit der Revisionistein, die er als vorwiegend gegen die jüdische Arbeiterschaft und gegen die Histadruth gerichtet bezeichnete. Aus dem Bericht der Exekutive ging hervor, daß die Histadruth gegenwärtig über 40.000 Mitglieder zählt. Ein eingehendes Referat über das WohnumgsbesciiaffungßProgramm der Histadruth erstattete A. Zabarsky. Er gab bekannt, daß der allgemeine Wohnungsbeschaffungsplan 25 o/o der städtischen Arbeiter berücksichtigt. 3100 Familien in den Städten und 600 Familien in den großen Kolonien werden von dem Plan erfaßt. 860 Familien haben ihre Häuser zur Hälfte fertiggestellt, 1500 Familien haben die erforderlichen Baukredite erhalten. 1300 Familien warten noch auf Zuteilung von Krediten« 1100 Familien wollen auf eigenem Land bauen, während 1150 Familien ihre Wohnhäuser auf Nationalfondsboden errichten oder zu errichten beabsichtigen. Ueber i n d u s t r ,i e 11 e Produktionsgenossenschaften und Genossenschaften für kooperative Dienstleistung berichtete Gorfinkel, der mitteilte, daß über 1600 Arbeiter in 70 derartigen Genossenschaften zusammengefaßt sind. Besonders gut seien die Kooperativen für Personen- und Warentransport organisiert, 35 der Genossenschaften befassen sich mit diesem Wirtschaftszweig. Von den 1600 in den Genossenschaften tätigen Arbeitern sind bloß 73 Lohnarbeiter, die übrigen vollberechtigte Genossenschaftsmitglieder. Nach einem Schlußwort von Ben Gurion wurde der Kongreß geschlossen. Streikunruhen in Haifa. Zwischen Revisionisten und der Histadruth kam es wegen einer Arbeitsstellenverteilung zu Streitigkeiten und Demonstrationen.