Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Die Murisonkommission [Nachricht]
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 105 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Murison-Kommission, die aus Sir James William Murison und dem Generalstaatsanwalt von Palästina, Trusted, bestand, war eingesetzt worden, um „den genauen Verlauf und die A£t der Ereignisse in der Zeit vom 13V Oktober bis zum 3. November und die durch sie bedingten Verluste an Menschenleben und Eigentumsbeschädigungen" festzustellen, da von arabischer Seite heftige Anklagen gegen die Polizei gerichtet worden waren. Der Oberkommissär an die Polüztei. Anläßlich einer Polizeiparade verlas der Oberkommissär, General Sir Artfaur Wauchope eine Botschaft, in der dem gesamten Polizeikörper Palästinas für sein Verhalten während der arabischen Unruhen im Oktober 1933 die Anerkennung der Regierung ausgesprochen und außerdem einigen mit Namen genannten englischen, jüdischen und arabischen Polizisten ein besonderes Lob für ihre Tapferkeit gezollt wird. Die Botschaft enthält die Feststellungen der Regierungskommission, die besagen, daß die Polizei gegen die Araber, die gegen jüdische Einwanderung und jüdischen Bodenkauf demonstrierten, äußerste Zurückhaltung und Nachsicht übte und, um die Menge zum Auseinandergehen zu bewegen, zu Mitteln der Ueberredung griff, und erst, als sie angegriffen wurde, zur Anwendung von Gewalt überging. Diese Methode wurde vom höchsten Offizier bis zum einfachen PolizeiL mann ausnahmslos geübt. Einen solchen einheitlichen, Loyalität, Mut und Takt beweisenden Polizeikörper ausgebildet zu Jiaben, ist das Verdienst des Inspektors Spicer. Der Oberkommissär fügte diesen Feststellungen der Kommission hinzu, er sei überzeugt, daß die Polizei auch in der Zukunft ihrer schwierigen Aufgabe gewachsen sein wird. An diese Botschaft knüpfte er den Ausdruck des Beileides für die Hinterbliebenen der getöteten und die Angehörigen der verwundeten Polizisten. Die arabischen Demonstrationen vom 17. Jänner. Diese sind, wie schon berichtet, ruhig verlaufen. Die Regierung hatte die Abhaltung genehmigt. Die Beteiligung an den Zügen war sehr schwach, ein Streik wurde nicht proklamiert. Selbst von arabischer Seite wird nicht von einem Erfolg gesprochen. Die Polizei hatte eine Reihe von arabischen Führern in Schutzhaft genommen und verordnet, daß die Umzüge nur zwischen 7 unld 8 Uhr früh stattfinden dürfen. In Jerusalem führte der Mufti den Zug an. Schwere Bestrafung jüdischer Demonstranten. 15 jugendliche Teilnehmer der revisionistischen Demonstration in Tel-Aviv vom 9. Dezember (siehe Nr. 1, S. 23) sind bis zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der Prozeß Arlosoroff. Die Voruntersuchung erstreckt sich schon seit Monaten, ohne daß in bezug auf die verhafteten Juden wirkliche Schuldbeweise gefunden worden wären. Der Prozeß hat kürzlieh eine Wendung genommen, indem am 26. Jänner zwei Araber verhaftet worden sind, die angeblich schon ein Geständnis abgelegt haben sollen, daß sie den Mord begangen haben. Die Polizei erklärt, daß sie den Angaben der Beschuldigten keinen Glauben beimesse. Das Geständnis wurde widerrufen und einer der Araber erklärte, daßj ihn die jüdischen Angeklagten bestechen wollten, damit er ein falsches Geständnis ablege. Bodenkäufe in Transjordanien? Die „Neue Welt" vom 30. Jänner berichtet daß Engländer große Strecken Bodens in Transjordanien zu sehr billigen Preisen gekauft hätten.