Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Ausweisungspraxis [Nachricht]
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 443 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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sich im Lande nicht niederlassen, keine Arbeit annehmen und keine Arbeitsgelegenheit suchen dürfen. 4. Die britischen Konsular- und Paßkontrollbeamten bestimmter Länder werden die Instruktion erhalten, von allen Reisenden, mit Ausnahme derjenigen, die I. Klasse reisen, die Hinterlegung von 60 Pfund in bar als Kaution oder eine entsprechende Garantie einer angesehenen Bank oder einer anderen Institution zu verlangen. Künftighin werden Personen, die bloß Nansen-Pässe oder gleichartige Personaldokumente haben, nur in Ausnahmefällen Visa erhalten. In einer Sitzung vom 29. November sagte der Kolonialminister, daß ein allgemeines Interesse daran bestehe, daß nur die vom Oberkommissär zugelassenen Einwanderer wirklich ins Land kommen. Er gab zu, daß der wirtschaftliche Aufschwung Palästinas die Gewährung einer höheren Zertifikatenzahl ermöglichte. Auf Befragen verneinte er, daß die Regierung infolge der Araberunruhen irgendwelche Aenderungen in der Politik der Zulassung der Juden eintreten lassen werde. Erklärung des Oberkommissärs. Bei Empfang von sechs arabischen Bürgermeistern, die Mitte November dem Oberkommissär Beschwerden über die jüdische Einwanderung überbrachten und verlangten, daß diese eingestellt werden sollte, sagte Gen. Wauchope u. a. Zu den men&en Maßnahmen, die die Regierung zur Unterbindung der illegalen Einwanderung vorgesehen hat, gehören Deportierung unrechtmäßig im Lande sich aufhaltender Personen, ihre Bestrafung mit Geld- und Gefängnisstrafen, Beschlagnahme der 60 Pfund, die zur Erlangung von Touristenvisen hinterlegt werden müssen, Zwang zur Vorweisung eines Rückreisebillettes beim Betreten des Landes, Einschränkung der Zulassung von Passagieren der 3. und 4. Klasse aus Europa und Amerika in den Häfen Jaffa und Haifa, Ablehnung der Erteilung von Visen auf Nansen- und andere Interimspässe, Einsetzung eines besonderen Beamtenstabes zu» Bekämpfung der illegalen Einwanderung und Einschränkung der Einwanderung von „Kapitalisten" auf die Zulassung solcher Personen, die sich durch Bescheinigungen bestimmter als verläßlich anerkannter Bankinstitute über den Besitz des geforderten Mindestkapitals ausweisen können. Was die arabischen Beschwerden betreffend das Vorgehen der Polizei bei den letzten Unruhen anlange, so werde eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Sir William Murrison eingesetzt werden, die die Frage eiries etwaigen Verschuldens von Polizeiorganen prüfen soll. Ferner wurde beschlossen, daß vorläufig nicht mehr als 400 Einwanderer pro Schiff ans Land gelassen werden sollen. Ddese Maßnahme hat nur provisorischen Charakter. Zu dem Empfang der Bürgermeister weisen die jüdischen Blätter darauf hin, daß die meisten von ihnen den Juden sblbst Land verkaufen und daß der Bürgermeister einer Stadt mit jüdischer Majorität, wie Jerusalem, nicht das Mandat habe, gegen die jüdische Einwanderung zu protestieren. Beratung. Das Zentrale Informationsbüro berichtet über seine Tätigkeit während Juli bis September. Von Kapitalbesitzern wandten sich an dieses Amt 502 persönlich, außerdem 453 brieflich". Das Kapital derer, die sich in diesen drei Monaten persönlich an das Amt wandten, war oa. 1.2 Millionen Pfd.